Wolf Schneider
Er ist ein Urgestein des deutschen Journalismus’ und der meistgelesene Stil-Lehrer der deutschen Sprache. Der Bestsellerautor Wolf Schneider war Korrespondent der „Süddeutschen Zeitung“ in Washington, Verlagsleiter des „Stern“, Chefredakteur der „Welt“ und Moderator der „NDR-Talkshow“. Doch seit mehr als drei Jahrzehnten beschäftigt ihn die Frage, was das Glück ausmacht und mit welchen Rezepten man es selbst steigern kann. Bei „Beckmann“ gibt Wolf Schneider eine etwas andere Gebrauchsanweisung zum Glücklichsein und sagt, warum Langeweile das größte Unglück ist.
Der 81-Jährige hält die Möglichkeiten, das Glück zu beeinflussen, für sehr eingeschränkt. Allerdings sei eines sicher: Keinesfalls solle man sein Leben nur auf das Pflichtwerk begrenzen, vor allem solle man sein Dasein genießen. Auch die kleinen Dinge des Lebens, wie zum Beispiel eine gute Flasche Wein, könnten Glück bedeuten. Für Wolf Schneider liegt das wahre Glück vor allem im Kontrast: „Der Mensch möchte, dass es ihm besser geht als früher oder besser geht als seinem Nachbarn oder Kollegen. Wenn beides nicht eintritt, empfindet er nichts.“
Schneider rät dazu, häufiger an sich selbst zu denken. Deshalb solle man sein hart erarbeitetes Geld auch lieber verprassen als vererben. Zumindest würde er nach dieser Devise leben: „Wenn ich mal nicht mehr arbeiten kann, sind die Kinder vollkommen damit einverstanden, dass ich die bescheidenen Ersparnisse für meine Frau und mich selber verzehre.“ Manchmal sei es ein reines Vergnügen, einfach mal Geld leichtsinnig auszugeben.
Sein Glück sollte man nicht unbedingt dort suchen, wo man auf große Konkurrenz trifft, meint der Bestellerautor. Die Gefahr von Enttäuschungen sei groß. Wer beispielsweise den Vorstandsvorsitz anstrebe, habe auf dem Weg dahin viele ähnlich denkende Konkurrenten: „Nach der statistischen Wahrscheinlichkeit führt der Ehrgeiz der Selbstverwirklichungen also zu einer Niederlage – und ist daher ein schlechtes Glücksrezept.“
