Uschi Obermaier, Rainer Langhans, Natalia Avelon und Matthias Schweighöfer
Sie war die Ikone der 68er und Deutschlands bestbezahltes Fotomodell – heute ist Uschi Obermaier das Symbol einer ganzen Generation und ein deutscher Mythos. Wie keine andere verkörperte sie das Lebensgefühl der sechziger und siebziger Jahre: Sex, Drugs und Klassenkampf. Zusammen mit Bürgerschreck Rainer Langhans bildete sie das Traumpaar der „Kommune 1“ und erregte die Republik mit Parolen und Provokationen. Doch die Kommunardin wollte mehr als Endlos-Debatten, immer wieder suchte sie neue Kicks: Sie wurde zur Gespielin von Rocklegenden wie Jimi Hendrix, Mick Jagger oder Keith Richards und reiste schließlich mit dem skandalträchtigen „Kiez-König“ Dieter Bockhorn im Luxus-Wohnmobil durch die Welt. Seit Wochen sorgt ihr bewegtes Leben für Schlagzeilen. Bei „Beckmann“ gibt Uschi Obermaier eines ihrer seltenen TV-Interviews und spricht über Freizügigkeit und Freiheitsdrang. Erstmals seit mehr als 15 Jahren tritt Obermaier mit ihrem früheren Weggefährten Rainer Langhans gemeinsam in einer Talksendung auf. Außerdem dabei: Natalia Avelon und Matthias Schweighöfer, die Stars des aktuellen Kinofilms „Das Wilde Leben“, in dem sie die beiden Ikonen der deutschen Aufbruchzeit darstellen.
Das wilde Leben der Uschi Obermaier begann eher zahm. „Es war, als wäre ich schon tot“, beschreibt sie ihre Pubertät im Münchner Vorort Sendling. Schon als 13-Jährige zog es sie nach Schwabing, wo sich der legendäre Club „Big Apple“ befand – für das junge Mädchen bedeutete er die große weite Welt.
Im „Big Apple“ spielten die damaligen Musikstars, die „keine Gesetze gekannt“ hätten, wie Obermaier sagt. Für die Wilden und die Kreativen habe sie schon immer eine Schwäche gehabt. Ihr gefiel die Musik der Beatles, noch mehr liebte sie allerdings die Rolling Stones, die in ihren Augen die ‚bad boys’ waren.
Als Uschi Obermaier Rainer Langhans kennen lernte, verließ sie München und zog zu ihm in die ‚Kommune 1’. Politik habe sie nicht besonders interessiert, sie sei nur der Liebe wegen zu Langhans in die legendäre Berliner Wohngemeinschaft gezogen. Mit der dort propagierten freien Liebe konnte Obermaier, im Gegensatz zu Langhans, nichts anfangen. „Ich war eifersüchtig wie die Hölle, obwohl das nicht angesagt war“, sagt sie bei „Beckmann“.
Ihr eigenes Liebesleben scheint bis heute ein Reizthema zwischen Obermaier und Langhans. Sie habe ihn immer nur aus Rachegefühlen heraus betrogen, meint Rainer Langhans immer noch. Obermaier hingegen fühlte sich von Langhans direkt in die Arme von Jimi Hendrix getrieben. „Es war ein Three-Night-Stand, da lief was zwischen uns ab.“ Es folgten Affären mit Mike Jagger und Keith Richards – die beiden Stones stritten regelrecht um sie, erzählt Obermaier. Die Situation sei „die Erfüllung jeden Teenie-Traums“ gewesen.
Die Erinnerung an ihr früheres Sexleben entfacht eine Diskussion zwischen dem einstigen Traumpaar der 68er-Generation. „Es war schön. Aber du hast von Anfang an gesagt: Ich hab nix gespürt“, sagt Obermaier. Rainer Langhans sieht das ganz anders und wirft Obermaier vor, die schönen Seiten ihrer Liebe vergessen zu haben. Doch die Hippie-Ikone bleibt bei ihrer Meinung: Langhans habe sich ihr oft verweigert.
Matthias Schweighöfer, Darsteller von Rainer Langhans im aktuellen Kinofilm über Obermaiers Leben, tat sich schwer mit den freizügigen Szenen. Solche Situationen empfinde er als sehr privat und persönlich. Obermaier-Darstellerin Natalia Avelon hatte mit den Nacktszenen weniger Schwierigkeiten. Sie habe versucht, sie mit Humor zu nehmen.
In Langhans’ Augen zeigt der Film nicht den wahren Zeitgeist von damals: „Es ist Uschis Film, FSK 12. Mit der Kommune hat das wenig zu tun, und mit meiner Figur auch nicht.“


