Til Schweiger


Seit Jahren zählt er zu den absoluten Publikumslieblingen. In Deutschland wurde Til Schweiger als der „bewegte Mann“ berühmt, in Amerika spielte er an der Seite von Hollywoodstars wie Angelina Jolie und Silvester Stallone. Trotz aller Erfolge hatte der Schauspieler lange Zeit mit Vorurteilen und Klischees zu kämpfen. Doch jetzt, mit 43 Jahren, legt Schweiger ein ganz neues Selbstbewusstsein an den Tag. Einerseits spielt er mit seinem Image des Frauenschwarms, andererseits beschäftigt er sich als Filmproduzent mit Themen, die aufrütteln sollen. In seinem neuen Thriller geht es um die Vergewaltigung einer jungen Frau und deren Folgen. Bei „Beckmann“ spricht Til Schweiger darüber, was seiner Meinung nach in Deutschland geändert werden müsse.

Der Schauspieler plädiert für einen rigiden Umgang mit Sexualstraftätern. Wer eine Frau oder ein Kind vergewaltige, so Schweiger, habe das Recht verloren, Mitglied der Gesellschaft zu sein. Nach einer Haftentlassung sollten diese Straftäter stärker überwacht werden, um ein Höchstmaß an Sicherheit zu garantieren.

Schweiger bemängelt, dass sich um Täter teilweise mehr als um die Opfern gekümmert werde. Als Beispiel nennt er die kürzlich Aufsehen erregende Flucht eines Entführers und Vergewaltigers auf das Dach einer Haftanstalt. Das Verhalten der Behörden in dieser Situation könne er nicht nachvollziehen. „Anstatt dass ihn ein SEK Kommando vom Dach holt, bringen sie ihm Decken und warmen Tee.“ Dadurch habe der Mann das bekommen, was er wollte: Medienpräsenz.

Schweiger befürworte den Gedanken der Resozialisierung, jedoch müsse die allgemeine Sicherheit gewährleistet sein. Zum Schutz der Gesellschaft plädiert der Schauspieler für den Einsatz von elektronischen Fußfesseln. „Die Polizei schaut in den Zentralcomputer und sieht sofort, wo die sich aufhalten und können sofort zuschlagen.“ Durch solch ein System könnten seiner Meinung nach Wiederholungstaten besser verhindert werden.

Der Schauspieler und vierfache Vater würde nie einen Vergewaltiger oder einen Kinderschänder spielen. Er möchte nicht, dass seine Kinder ihn in solch einer Rolle sehen. Denn seine Kinder seien das Wichtigste in seinem Leben, weshalb er ihnen manches durchgehen lässt – ohne erzieherische Konsequenzen zu ziehen. „Sie erpressen sehr charmant, und ich lass mich auch gerne von ihnen erpressen.“

Allerdings gibt es auch genügend Momente, in denen er Grenzen setze. Wenn seine Kinder ihren Willen dennoch durchsetzen wollten, könne er sehr streng sein. Er habe kein Problem zu sagen: „Dann heul doch!“