Schwester Jordana und Schwester Teresa
Sie sind zwei Ordensschwestern, die im Auftrag des Herrn für frischen Wind in der Kirche sorgen. Schwester Jordana und Schwester Teresa engagieren sich unkonventionell und leidenschaftlich dort, wo für sie der Glaube am besten aufgehoben ist – nämlich bei den Menschen. Dominikanerschwester Jordana leitet als Erzieherin ein katholisches Kinder- und Jugenddorf und erlebt dort tagtäglich, was es heißt, in schwierigen Verhältnissen aufzuwachsen. Schwester Teresa gründete 1994 die „Kleine Kommunität der Geschwister Jesu“, ihre eigene offene, bunte und lebendige Gemeinschaft, in der sie sich um junge Familien, Witwen und allein erziehende Mütter kümmert. Trotz ihrer unterschiedlichen Lebensläufe haben beide eines gemeinsam: die Skepsis gegenüber konservativen Kirchendogmen. Bei „Beckmann“ sprechen sie über ihre ungewöhnlichen Wege, den Glauben zu den Menschen zu bringen.
Schwester Teresa ist mit der Amtsführung von Benedikt XVI. sehr zufrieden. „Er verkörpert für mich das Urwesen der Kirche. Er hält an der Theologie fest, aber wenn er sich den Menschen zuwendet, ist er plötzlich ein Vater, ein Mensch voller Herz.“ Schwester Jordana schätzt die Kritikfähigkeit des Papstes: „Kritik trägt auch zu Veränderung, zu Wandel und zu Leben bei.“
Mit ihrer eigenen Arbeit will Schwester Teresa die Kirche zu den Menschen bringen und insbesondere Eltern und Jugendliche ansprechen. Deshalb gestaltet sie beispielsweise ihren Kindergottesdienst seit sechs Jahren etwas anders: „Die Lieder sind alle mit Bewegung. Aber sie können eine Stecknadel fallen hören, wenn das Evangelium verkündet wird. Es wird auch Theater gespielt, doch die Botschaft bleibt die gleiche.“
Es wäre an der Zeit, so Schwester Jordana, dass Frauen künftig eine stärkere Rolle spielen. „Ich wünsche mir sehr, dass Frauen auch in der höheren Struktur in der Kirche vertreten sind“, sagt sie im Gespräch mit Reinhold Beckmann und hofft auf Veränderungen: „Es gibt, glaube ich, ganz viele Dinge in der Kirche, die auch von Frauen gemacht werden können. Ich fände es eine Bereicherung.“
