Sabine Kuegler


Sie wuchs im indonesischen Urwald auf und wurde berühmt als „Dschungelkind“. Beim Stamm der Fayu erlebte Sabine Kuegler eine außergewöhnliche Kindheit und Jugend: Wie in der Steinzeit ernährte sie sich von Würmern und jagte mit Pfeilen giftige Schlangen. Erst mit 17 Jahren kehrt sie nach Europa zurück – ein Kulturschock für sie. Den Umgang mit der Zivilisation musste sie erst lernen. Heute fordert Sabine Kuegler auf Grund ihrer persönlichen Erfahrungen in den unterschiedlichsten Kulturkreisen: Gebt Frauen die wirtschaftlichen Mittel und sie werden die Welt verbessern! Bei „Beckmann“ erklärt sie, warum Frauen in jeder Gesellschaft zuerst auf das Gemeinwohl achten.

Das Leben in der zivilisierten westlichen Welt fiel Sabine Kuegler anfänglich schwer. Besonders der Umgang mit Geld sei für sie zunächst ungewohnt gewesen. „Ich bin in einer Gesellschaft aufgewachsen, wo es sehr um die Gemeinschaft ging. Wenn man zwei Angelhaken hatte, dann hat man einen abgegeben. Und dann plötzlich kam ich in eine Welt, die komplett anders war. Das war nicht leicht für mich.“

Lange Zeit lang habe es bei den Fayu häufig Auseinandersetzungen gegeben. Erst die Frauen des Stammes hätten die Kämpfe beendet, berichtet Kuegler „Sie haben sich eingemischt und gesagt, wir wollen keinen Krieg mehr. Wir wollen nicht, dass unsere Kinder umgebracht werden, wir wollen nicht, dass unsere Ehemänner sterben. Und bis heute, wenn es einen Streit gibt, mischen sie sich auch körperlich ein und halten den Mann von hinten fest.“

Ihre persönlichen Erfahrungen, so Kuegler, zeigten, dass Frauen Geld wesentlich sinnvoller investieren als Männer: in Bildung, in Gesundheit, in Erziehung oder auch in eigene Produktionsstätten, in denen wiederum etwas Produktives für die Gemeinschaft entstehe. Deshalb sei es wichtig, Frauen in Entwicklungsländern gezielt mit Mikrokrediten zu unterstützen, um die Armut zu verringern.