Rolf Schimpf
Er ist Deutschlands dienstältester Fernsehkommissar: Längst hat Rolf Schimpf alias „Der Alte“ „Derrick“ als erfolgreichsten TV-Fahnder abgelöst. Regelmäßig sind sechs Millionen Zuschauer dabei, wenn Schimpf in der Rolle des Leo Kress mit Köpfchen statt Knarre ermittelt. 222 Fälle hat er mittlerweile gelöst und zählt in über 100 Ländern – darunter Frankreich, Italien, Südafrika, Venezuela, Japan und Iran – zu den bekanntesten deutschen TV-Stars. Doch jetzt, nach zwanzig Jahren im Einsatz, quittiert der 82-Jährige überraschend den Dienst. Bei „Beckmann“ gibt Rolf Schimpf sein großes Abschiedsinterview vom „Alten“ und verrät den Grund, warum er jetzt die Dienstwaffe abgibt.
Der TV-Kommissar Rolf Schimpf will keinen 65-Jährigen mehr spielen. „Lieber fünf Minuten zu früh aufhören als eine Minute zu spät. Wenn man 82 ist, hat man irgendwann Hemmungen zu behaupten, man wäre 65 und sei kurz vor der Rente“, begründete der Schauspieler seinen Abschied. Sein Alter sieht man dem 82-Jährigen jedoch erstaunlicherweise kaum an. Schimpf vermutet, es läge wohl an seinen Genen. „Mein Großvater ist 96 Jahre alt geworden, meine Mutter auch“, erklärt er sich sein jüngeres Aussehen.
Schimpf will sich jedoch nicht endgültig aus dem Geschäft zurückziehen und auf jeden Fall weiter als Darsteller arbeiten, sagt er bei „Beckmann“: „Natürlich, ich fühl mich ja fit genug. Die ersten Angebote sind schon da – aber über ungelegte Eier spricht man nicht.“
Während seiner Zeit als „Der Alte“ habe er manchmal gerne einen Bösewicht spielen wollen, gesteht Deutschlands dienstältester Fernsehkommissar. „Der Gedanke kommt ab und zu mal. Aber wenn man das Glück hat, eine solche Rolle zu haben, muss man dankbar sein.“ Einen Traum hat er sich bisher noch nicht erfüllt: Gerne hätte er mal einen Arzt gespielt. Erfahrungen für diese Rolle hatte Schimpf nach seiner ersten Kriegsverletzung gesammelt. Damals wurde er im Lazarett aus Personalmangel als Helfer bei Operationen eingesetzt. Daher resultierte auch sein eigentlicher Berufswunsch: „Früher hätte ich gerne Medizin studiert. Aber es gab keine Studienplätze, deshalb musste ich drauf verzichten.“

