Ranga Yogeshwar


Er weiß immer alles besser – und ist trotzdem beliebt wie kaum ein anderer. Seit mehr als 20 Jahren erklärt Ranga Yogeshwar den TV-Zuschauern die Welt und beweist mit Sendungen wie „Quarks & Co.“ oder „Die große Show der Naturwunder“ das scheinbar Unmögliche: Physik kann doch Spaß machen! Neuerdings durchleuchtet der Wissenschaftsjournalist jeden Abend in der ARD die großen und kleinen Mysterien des Alltags. Bei „Beckmann“ spricht der vierfache Vater über seinen Alltag und sagt, warum Karriere für ihn längst nicht mehr alles im Leben ist.

Seine Mutter ist Luxemburgerin, sein Vater stammt aus Indien und er selbst lebt seit langem in Deutschland: Ranga Yogeshwar kennt bestens unterschiedliche Mentalitäten. Deutsche, sagt er, liebten es, sich über alles zu beklagen, Inder könnten nicht „Nein“ sagen und Luxemburger hätten „die wunderbare Eigenschaft“, bei Konflikten zu sagen: „Wir haben zwar gerade Streit, aber morgen können wir wieder ein Bier trinken.“

Mit dem Begriff „Heimat“ verbindet Yogeshwar vor allem Menschen. „Meine Frau, meine Kinder, meine Freunde – das sind die Wurzeln, die für mich entscheidend sind.“ Deshalb tritt er derzeit beruflich etwas kürzer und setzt andere Prioritäten im Leben: „Zeit mit der Familie und Zeit zu Hause, das ist das Kostbarste, was es gibt.“

Seit er 1993 Opfer eines Überfalls wurde, engagiert sich der TV-Moderator gegen Rechtsradikalismus. „Deutschland ist kein Nazi-Land“, betont Yogeshwar, sondern „in vielen Punkten ein sehr tolerantes, sehr offenes, sehr faires Land“. Allerdings sagt er auch: „Wo ich ein Problem habe – da mache ich auch kein Hehl daraus –, sind natürlich Teile der neuen Bundesländer.“ Dort sieht er eine „gewisse gefährliche Toleranz gegenüber rassistischen Aussagen“.

Yogeshwar wünscht sich, „dass Deutschland schärfer ist gegenüber diesen Randzonen“. Es sei „wirklich eine Minderheit, aber das Problem ist, dass diese Minderheit zu viel Gehör hat“.

Auch der populäre TV-Moderator erlebt im Alltag immer wieder kleinere Diskriminierungen. Beispielsweise werde er seiner Erfahrung nach bei der Einreise nach Deutschland häufiger überprüft als andere. Bei der Passkontrolle am Flughafen könne er sicher sein: „Vor mir gehen die alle durch, und ich muss immer stehen bleiben.“