Petra Gerster
Vor fast zehn Jahren moderierte sie erstmals die „heute“-Nachrichten. Inzwischen ist Petra Gerster eine der dienstältesten News-Ladys und schreibt ganz nebenbei einen Bestseller nach dem anderen. Durch die Art und Weise, wie die 52-Jährige Kinder und Karriere unter einen Hut bringt, ist sie zu einem Vorbild vieler gleichaltriger Frauen geworden. Jetzt hat die zweifache Mutter mit einem überraschenden Geständnis für Aufsehen gesorgt: Die emanzipierte TV-Journalistin ließ vor wenigen Jahren aus schönheitskosmetischen Gründen ihre Schlupflider beseitigen. Bei „Beckmann“ spricht Petra Gerster über die Vor- und Nachteile des Älterwerdens.
Für Schönheitsoperationen müsse man sich nicht schämen, meint die Nachrichtenjournalistin, sie selbst sei mit ihrem kleinen Eingriff ganz offen umgegangen. „Jeder, der mich gefragt hat, hat eine ehrliche Antwort bekommen.“ Schließlich seien ihre Augen ihr Kapital: „Ich guck’ die Menschen abends an, und die schauen mir in die Augen.“
Die Maxime ihres Mannes – gelassen altern, edel verwittern – finde sie zwar richtig. Aber „in Würde zu altern“ falle leichter, wenn man zuhause am Schreibtisch arbeite und nicht wie sie selbst in der Öffentlichkeit steht. „Wenn man täglich fünf Millionen Zuschauer vor sich hat, dann ist es nicht ganz so einfach, edel zu verwittern“, so die Nachrichtenfrau.
In ihrem Leben erlitt Petra Gerster zwei Schicksalsschläge. Als sie 30 Jahre alt war, fand man in ihrem Körper einen höchst seltenen und aggressiven Riesenzellentumor, der bereits stark angewachsen war. „Es war ein Schock. Ich war sehr deprimiert während dieser Geschichte, auch weil ich lange im Gipsbett lag.“ Es folgte eine monatelange Rehabilitation.
Doch neun Jahre später kehrte der Tumor zurück. Inzwischen hatte Gerster zwei Kinder, Livia (heute 16) und Moritz (heute 13). Besonders belastend: Der damals eineinhalbjährige Moritz fand den Anblick seiner schwerkranken Mutter so erschreckend, dass er nicht mehr zu ihr wollte und ihr die Krankheit sogar übel nahm. „Ich war für ihn irgendwie unzuverlässig als Mutter geworden“, sagt Gerster, „und dann hat er jahrelang immer seinen Vater gerufen, wenn irgendwas war.“
Trotz ihrer schweren Erkrankungen verzweifelte Gerster nicht am Leben. Damals versuchte sie, ihrer Krankheit einen höheren Sinn zu geben. „Irgendwie hatte ich ein bisschen das Gefühl, das muss so sein, um damit vielleicht die Götter weniger neidisch zu stimmen.“ Denn immerhin habe sie in ihrem Leben auch sehr viel Glück gehabt.
Mit dem Älterwerden geht die 52-Jährige mittlerweile entspannt um. Allerdings habe ihr vor ihrem 50. Geburtstag gegraust, gesteht Gerster. Ihr erster Gedanke sei gewesen: Nun ist mein Leben vorbei. Doch heute wisse sie, dass mit dem Alter auch einige Dinge einfacher werden. Zum Beispiel zanke man sich mit dem Partner nicht mehr „wegen jedem Dreck“, wie sie sagt. „Die Kinder sind aus dem Gröbsten raus, man ist nicht mehr so gebeutelt vom täglichen Kleinkram, man ist ein Stück gelassener.“

