Pater Anselm Grün
Mit mehr als 14 Millionen verkauften Büchern in 28 Sprachen zählt Pater Anselm Grün zu den erfolgreichsten Buchautoren der Welt. Millionen Leser suchen Halt und Hoffnung bei dem Benediktinermönch. Seit Jahren beschäftigt er sich intensiv mit den entscheidenden Fragen, die sich jeder irgendwann stellt: Wozu bin ich auf der Welt? Gibt es einen Gott? Was ist wirklich wichtig? Bei „Beckmann“ spricht Pater Anselm Grün über die Königsfragen des Lebens.
Die Antworten heute seien nicht mehr so klar wie früher, stellt Pater Grün fest. „Ich kann keine Antworten geben, die irgendwo im Katechismus stehen, sondern ich muss Antworten geben, die auch mich selbst zufrieden stellen.“ Um Gott zu finden brauche man nicht unbedingt die Kirche, da jeder seinen eigenen spirituellen Weg zu Gott gehen müsse. Dennoch habe die Kirche durchaus eine Bedeutung, unsere Wurzeln im Hinblick auf Tradition und Gemeinschaft zu stärken.
Wie kann ein Mensch sein Glück finden? „Glücklich ist der, der frei ist, der er selber ist, der authentisch und offen ist für Größeres.“ Glück könne man schon spüren, wenn man sich auf andere Menschen einlasse, meint Grün. „Wenn ich einen Menschen leiden sehe, dann kann ich nicht sagen ‚ich bin glücklich’. Indem ich mich einlasse und vielleicht selber Tränen vergieße und den Schmerz spüre und der Andere aufrechter oder getröstet nach Hause geht, dann spüre ich schon etwas wie Glück. Es ist ein sehr stilles Glück, so eine Dankbarkeit.“
Über das Gelingen von Partnerschaften sagt der Benediktinermönch: „Ich kann nur helfen, beistehen, mir anhören, wie die Beziehung ist, ob sie Zukunft hat.“ Manchmal scheiterten Beziehungen deshalb, weil sie auf falschen Hoffnungen beruhten. „Wenn ich sofort erwarte, der andere muss mich glücklich machen, überfordere ich ihn damit.“ Glück sei kein dauerhafter Zustand, das sei eine Illusion.

