Niki Lauda und sein Sohn Mathias Lauda


Er hat fast alles erreicht, was man im Leben erreichen kann. Niki Lauda war dreifacher Weltmeister, startete anschließend eine Unternehmerkarriere und ist heute eine Formel-1-Legende. Doch für seinen Ruhm zahlte er einen hohen Preis: Neben der Karriere blieb immer wenig Zeit für die Familie. Seit einigen Jahren teilt er mit seinem Sohn Mathias eine große Leidenschaft. Der 26-Jährige ist selbst erfolgreicher Rennfahrer und hat längst den Windschatten des übermächtigen Vaters verlassen. Bei „Beckmann“ sprechen Niki und Mathias Lauda über Gegensätze und Gemeinsamkeiten.

Nach seiner Führerscheinprüfung fasste Mathias Lauda den Entschluss, in die großen Fußstapfen seines Vaters zu treten. Lange Zeit nahm Niki Lauda diesen Wunsch nicht ernst und war damals überzeugt, dass sein Sohn bereits zu alt für eine Rennfahrer-Karriere ist. „Er sagte, es ist zu spät, man fängt früher an.“ Auf familiäre Unterstützung durfte der heutige DTM-Pilot also nicht hoffen, worüber er enttäuscht war: „Ich hätte mir gewünscht, dass er mir früher mehr geholfen hätte.“

Auch heute noch muss Mathias sich gegenüber seinem Vater öfters beweisen und seine Ansichten vehement vertreten. Dieser Kampf falle ihm nicht immer leicht, wie er zugibt: „Er ist sehr selbstbewusst, es ist sehr schwer, dagegen anzukämpfen.“ Trotzdem pflegen die beiden Laudas mittlerweile ein sehr freundschaftliches Verhältnis – auch wenn es durchaus ungewöhnlich sei, wie Mathias sagt: „Ich sehe ihn wie meinen zweiten Bruder, wir können viel lachen. Und wenn ich Probleme habe, kann ich mit ihm immer über meine Gefühle reden.“

Niki Lauda hält die jetzige Formel 1 für wesentlich sicherer als noch zu seiner aktiven Zeit. Damals sind regelmäßig Fahrer schwer verunglückt. Nach seinem eigenen fürchterlichen Unfall am Nürburgring hatte er das Gefühl, er müsse seinen Weg alleine gehen – ohne Rücksicht auf sein Privatleben. „Der Einfluss der Familie hätte mich gestört, wieder die Gefahr einzugehen. Sie hätte mich von der Linie abgebracht.“ Diesen „irrsinnigen Egoismus“, wie er es nennt, habe er gebraucht, um wieder an sich zu glauben und nach kurzer Zeit wieder Rennen fahren zu können.

Seit seinem Unfall hat Niki Lauda sich verändert. Aus Selbstschutz habe er längst eine „Mauer“ um sich gebaut, da nahezu jeder Gesprächspartner unweigerlich auf seine Narben gestarrt habe. In diesen Situationen hätte er oft laut aufschreien können: „Schau mir ins Gesicht, du Idiot!“