Mireille Mathieu


Nach zwei Jahrzehnten kehrt Frankreichs Chanson- und Schlager-Ikone wieder zurück auf deutsche Bühnen – jetzt gab Mireille Mathieu bei „Beckmann“ ihr erstes ausführliches Fernsehinterview über ihr Leben und ihre Karriere. Ihre Geschichte liest sich wie ein Märchen: Als älteste von 14 Geschwistern wächst sie in kleinen Verhältnissen auf, wird mit 18 Jahren bei einem Gesangswettbewerb entdeckt und schafft in den Siebzigern mit Hits wie „Akropolis adieu“ und „Hinter den Kulissen von Paris“ auch in Deutschland den Durchbruch.

In kurzer Zeit avanciert der „Spatz von Avignon“ zum Weltstar und arbeitet zusammen mit Größen wie Placido Domingo, Tom Jones, Charles Aznavour, Dean Martin, Paul Anka und Ennio Morricone. Heute zählt sie mit 125 Millionen verkauften Platten zu den erfolgreichsten Sängerinnen aller Zeiten. Bei „Beckmann“ spricht Mireille Mathieu offen wie nie zuvor über ihre Kindheit in Armut, über ihren harten Aufstieg vom Provinzteenager zum Superstar und über die tiefe Liebe zu ihrer Mutter.

Die Kindheit von Mireille Mathieu war nicht leicht: „Wir lebten in einem einfachen Holzhaus. Wenn es kalt war, dann war es wirklich kalt. Wir hatten nur einen kleinen Ofen, kein warmes Wasser. Wir mussten das Wasser in einem Topf heiß machen und uns damit dann waschen.“ Der erste kleine Luxus für die Familie: „Als wir in eine Sozialwohnung zogen, war das für uns ein richtiger Palast – weil wir zum ersten Mal eine Dusche hatten! Am Anfang hatten wir so was nicht“, erinnert sich die 61-Jährige bei „Beckmann“.

Für die Sängerin bedeutet ihre Familie alles. Ihre Mutter Marcelle (85) sei „eine wunderbare Frau, unglaublich“, schwärmt Mathieu. „Ich liebe sie heiß und innig. Einmal hat sie die richtigen Worte gesagt: ‚Keine Kinder zu haben ist wie ein Garten ohne Blumen.’ Ich liebe sie.“ Mathieus Vater Roger ist 1985 verstorben, doch auch er sei für immer in ihrem Herzen:  „Ich weiß, dass mein Vater mich von oben her sieht.“

Mathieus Karriere wurde wesentlich von ihrem Manager Johnny Starck geprägt. Er hatte sie einst entdeckt, gefördert und schließlich zum weltberühmten „Spatz von Avignon“ gemacht. „Als ich ihm das erste Mal bei diesem Gesangswettbewerb begegnete, sagte er: ‚Kleines Fräulein, wollen sie, dass ich mich um sie kümmere?’ Ich hatte noch nie so jemanden gesehen, bin noch nie so jemandem begegnet. Er war für mich wie ein Cowboy. Er war sehr streng und sehr hart zu mir, und ich habe oft geweint. Aber ich verdanke ihm alles“, berichtet Mathieu. Starck habe damals viel von ihr verlangt. „Ich musste alles neu lernen. Ich musste lernen, mich auszudrücken, mich zu bewegen. Wirklich von A bis Z alles neu lernen.“

Ohne die Kraft ihres Glaubens wäre Mireille Mathieu wohl nicht so weit gekommen. „Ich bin sehr gläubig. Und ich weiß, dass Gott mir hilft, dass Gott mir diese Stimme gegeben hat und dass er mir die Möglichkeit verleiht, das alles zu machen. Es ist natürlich wichtig, eine Stimme zu haben, aber noch wichtiger ist, ständig weiter daran zu arbeiten. Ich danke dem lieben Gott dafür, dass er mir diese Stimme gegeben hat und die Möglichkeit, um die ganze Welt zu reisen.“