Michael „Bully“ Herbig
An der Münchner Filmhochschule wurde er einst abgelehnt – mittlerweile ist Michael „Bully“ Herbig Deutschlands erfolgreichster Regisseur. Bekannt wurde er mit der TV-Show „Bullyparade“, dann ging es Schlag auf Schlag für den Schauspieler und Entertainer. Mehr als 12 Millionen Kinobesucher sahen vor sechs Jahren „Der Schuh des Manitu“ und machten die Westernparodie zum erfolgreichsten deutschen Film aller Zeiten. Jetzt wagt sich der Kult-Komiker erneut an einen Mythos. Bei „Beckmann“ verriet Michael „Bully“ Herbig, warum er Kaiserin Sissi zurück auf die Leinwand bringt.
Im Animationsfilm „Lissi und der wilde Kaiser“ begegnen dem Zuschauer einige Figuren aus der „Bullyparade“. Dort war die Rollenverteilung schnell geklärt. „Wir waren drei Kerle, und irgendeiner von uns musste in die Frauenklamotten. Es war sofort klar, dass Christian Tramitz den Franz spielen muss, und es war auch sofort klar, dass Rick Kavanian der Feldmarschall ist.“ Zwangsläufig sei ihm also nur die weibliche Hauptrolle in den Sketchen geblieben. Als Ausgleich habe er nun von den Zeichnern seines Kinofilms verlangt: „Die Lissi soll aussehen wie die schönste Frau der Welt – mit meinem Gesicht.“
Eine andere Ähnlichkeit ist dagegen zufällig entstanden: Der SPD-Chef Kurt Beck habe keinesfalls als Vorlage für die Figur des Yeti gedient, versichert „Bully“. Auf gewisse physiognomische Übereinstimmungen sei er erst nach Fertigstellung seines Trickfilms aufmerksam gemacht worden.
„Bullys“ Leben hat sich trotz aller Erfolge kaum verändert, obwohl ihn heute häufiger als früher Fans auf der Straße ansprechen. „Die Leute freuen sich schon, wenn ich ‚Servus’ sage. Es ist natürlich schön, wenn man jemand so glücklich machen kann.“ Lustig zu sein falle ihm nicht besonders schwer – auch wenn er manchmal eher „unfreiwillig komisch“ sei.
In Deutschland hat er fast alles erreicht, was man als Regisseur erreichen kann. Wie sehr reizt es „Bully“ Herbig, in Amerika zu arbeiten? „Ich würde zu Hollywood nicht Nein sagen, aber ich glaube, da muss man reinwachsen. Es muss dann das richtige Projekt sein. In Deutschland kann ich noch machen, was ich will, das ist mir fast lieber.“ Künstlerische Unabhängigkeit bedeutet dem Multitalent alles: „Ich mache das, worauf ich Bock habe. Das war immer schon so.“

