Marietta Slomka und Christof Lang


Sie sind wohl Deutschlands bestinformiertes Ehepaar. Seit vier Jahren sind die Nachrichtenmoderatoren Marietta Slomka und Christof Lang verheiratet, beruflich erleben sie gerade aufregende Zeiten: Wahlkämpfe, Koalitionskrisen und Steueraffären bewegen die Fernsehrepublik wie lange nicht mehr. Auf dem Bildschirm Konkurrenten, privat ein Paar – bei „Beckmann“ geben Marietta Slomka und Christof Lang jetzt ihr erstes gemeinsames Interview.

Die TV-Journalisten trafen sich das erste Mal auf einer Fachveranstaltung in Mainz. Bis dahin habe sie ihren Kollegen nur im Fernsehen gesehen, erzählt Marietta Slomka. Lang arbeitete damals als Auslandskorrespondent in den USA, auch er kannte Slomka „eigentlich nur vom Namen“, erinnert er sich. Als er die Moderatorin dann bewusster in ihrer Sendung beobachtete, dachte er: „Irgendwie verstehe ich, was sie da macht. Ein ganz seltsames Gefühl – aber schön.“

Lange Zeit führte das Paar eine transatlantische Beziehung und nahm dabei einige Strapazen auf sich. „Ich bin auch mal nur für ein Wochenende nach Deutschland gekommen“, berichtet Lang. Slomka sieht ihre damalige Fernbeziehung mit Humor: „Wenn das mit dem Journalismus nicht mehr klappt, mache ich ein Reisebüro auf. Ich bin wirklich gut darin, im Internet preisgünstige Flüge in die Staaten zu buchen.“

Zwischen den Nachrichtenprofis herrscht eine Übereinstimmung: über die Inhalte ihrer kommenden Sendungen wird geschwiegen. Dafür fielen die Nachbesprechungen „manchmal ein bisschen direkter aus“, verrät Lang, auch wenn ihr Beruf privat keine übermächtige Rolle spiele: „Wir reden bestimmt nicht nur über das Fernsehen – das wäre ja eine bedauernswerte Ehe.“

Für Marietta Slomka ist das Schwierigste bei ihren Interviews das Zeitproblem. „Wir haben in unserer Sendung immer nur diese vier, fünf Minuten. Das heißt, das ist ein unheimlicher Sprint, den man da hinlegt. Da kann man dann auch nicht fünf Mal nachfragen oder jemanden einfach mal zwei Minuten am Stück reden lassen“ – was mancher Politiker bewusst mache, um auf diese Weise unangenehmen Fragen auszuweichen.

An seiner Frau schätzt Lang unter anderem, dass „sie sich nicht einschüchtern“ lasse – weder zuhause noch durch Politiker. Frauen „mit einem kleinen Frechheitsfaktor“ hätten im Interview „mehr Spielraum“. Unter Männern fange schneller „das verbale Armdrücken“ an. „Man sollte als Mann vielleicht nicht ganz so massiv auftreten. Aber wenn ich frech sein will, kann ich das genauso.“