Maria Furtwängler


Fast auf den Tag genau vor fünf Jahren debütierte sie als „Tatort“-Kommissarin Charlotte Lindholm – seitdem zählt Maria Furtwängler zu Deutschlands beliebtesten Schauspielerinnen. Nicht nur in der Krimireihe bricht sie alle Quotenrekorde, zuletzt sahen sie mehr als zehn Millionen Zuschauer in dem ARD-Zweiteiler „Die Flucht“. Als TV-Star und zweifache Mutter pendelt Furtwängler ständig zwischen Drehort und Familie. Auch in ihrer Rolle der Charlotte Lindholm will sie beweisen, dass Beruf und Kinder vereinbar sind: Erstmals in der „Tatort“-Geschichte erwartet eine Kommissarin ein Baby. Bei „Beckmann“ spricht Maria Furtwängler, die Patin der ARD-Themenwoche „Kinder sind Zukunft“, über ihre eigene Doppelbelastung und sagt, warum es sie ärgert, dass Erfolgsfrauen oft als Rabenmütter abgestempelt werden.

Maria Furtwängler hält die Idee der schwangeren „Tatort“-Kommissarin Charlotte Lindholm für ein Wagnis. „Das ist ein Risiko für eine Produktionsfirma, das wird nicht leicht. Wir stürzen uns in ein Abenteuer.“ Die Darstellerin sieht durch ihr Film-Baby eine Reihe von noch zu lösenden Problemen auf die „Tatort“-Autoren zukommen: „Wie macht man das spannend und wie macht man das, dass es die Fälle nicht behindert?“

Laut Furtwängler soll das „Tatort“-Baby trotzdem dauerhaft auch in den künftigen Episoden mit Charlotte Lindholm eine Rolle spielen. Man wolle die Realität abbilden und zeigen, wie es einer allein erziehenden Mutter ergeht, die in ihren Beruf zurückkehren möchte.

In Deutschland würde viel über die kinderfeindliche Gesellschaft diskutiert, doch leider folgten den Reden keine Taten, meint Furtwängler und empfiehlt Frankreich als Vorbild. Dort seien vierzig Prozent der Frauen mit Kindern unter drei Jahren wieder in ihrem Beruf und sogar achtzig Prozent der Frauen mit Kindern unter sieben Jahren. Berufstätige Mütter seien in der französischen Arbeitswelt ganz selbstverständlich.

Ein Schritt nach vorne wäre ihrer Ansicht nach, wenn Väter verstärkt bei der Kindererziehung helfen würden, ihre eigene Berufstätigkeit und die damit verbundene gelegentliche Trennung von ihren Kindern empfindet die Schauspielerin als vorteilhaft. Von Dreharbeiten kehre sie „reicher“ und „erfüllter“ zurück: „Ich bin viel aufmerksamer und gespannter auf meine Kinder – und meine Kinder auch auf mich.“ Eine Mutter, die nicht jederzeit verfügbar ist, sei für den Nachwuchs einen Hauch interessanter.