Lang-Lang
Er gilt als Genie am Flügel. Ganz gleich, wo der chinesische Pianist Lang Lang heute auftritt: Auf der ganzen Welt gerät das Publikum in Ekstase und Entzückung. Aufgewachsen im nordchinesischen Shenyang, gewann das Ausnahmetalent bereits mit fünf Jahren seinen ersten Wettbewerb. Als er neun Jahre alt war, zog sein Vater mit ihm in eine Einzimmerwohnung nach Peking. Die Mutter blieb zuhause, um zu arbeiten und Lang Lang die Ausbildung am Musikkonservatorium zu ermöglichen. Von dort eroberte das musikalische Wunderkind erst China, dann die USA und schließlich Europa. Heute, mit gerade mal 24 Jahren, gilt Lang Lang als der beste Pianist der Welt. Bei „Beckmann“ erzählt er die außergewöhnliche Geschichte seines Aufstiegs zum Superstar der Klassik – und gibt eine Kostprobe seines Könnens.
Bereits mit zwei Jahren hat Lang Lang begonnen, Klavier zu spielen. „Meine Eltern haben ein Klavier gekauft. Es war nicht besonders gut, aber günstig – hat aber ein halbes Jahreseinkommen gekostet.“ Seine Eltern haben ihn immer einhundertprozentig unterstützt, ohne ihn unter Druck zu setzen. „Sie haben mich nie gezwungen.“
Lang Langs Vater habe sogar seinen Beruf aufgegeben, um für seinen Sohn sorgen zu können. „Er hat für mich den Hausmann gespielt. Und auch meiner Mutter bin ich sehr dankbar – sie ist eine Heldin.“ Er selbst habe hart gearbeitet, aber es sei immer eine Freude für ihn gewesen. Die Musik habe ihm „eine magische Energie“ verliehen.
Nicht alle haben damals Lang Langs Talent sofort erkannt: „Als ich mit neun Jahren nach Peking gegangen bin, hatte ich eine Lehrerin, die mich nicht mochte. Sie hat mir immer wieder gesagt, ich sei nicht talentiert, ich könne es nicht. Und dann hat sie mich einfach aus der Schule geschmissen.“ Erst in diesem Jahr habe sich er mit der Lehrerin versöhnt. „Wir haben uns die Hand gegeben, und dann war alles vorbei. Der ganze Hass von damals war weg.“
Kürzlich hat sich der Star-Pianist eine Wohnung in Berlin gekauft. „Ich kann mir durchaus vorstellen, hier zu leben“, verrät der 24-Jährige. „Ich liebe Deutschland. Das Wichtigste ist jetzt, Deutsch zu lernen.“ In Leipzig oder Hamburg fühle er sich Bach und Brahms näher, was ihn inspiriere: „Allein deswegen in Deutschland zu sein ist perfekt.“



