Katharina Wagner
Ihr großer Name ist Erbe und Bürde zugleich: Katharina Wagner ist die Tochter von Wolfgang Wagner, dem Leiter der Bayreuther Festspiele, und Urenkelin des Komponisten Richard Wagner. In diesem Sommer feierte die Regisseurin ein furioses Debüt im Mekka der Opernfans und sorgte gleich für Diskussionen. Ihre Inszenierung der „Meistersinger“ erntete viel Applaus – aber auch heftige Proteste. Trotzdem – oder gerade deshalb – gilt die 29-Jährige bereits jetzt als heißeste Kandidatin für die Nachfolge ihres berühmten Vaters. Bei „Beckmann“ spricht Katharina Wagner über den Kult der Wagnerianer und über ihre Ambitionen.
Katharina Wagner schließt nicht aus, dass sie die Leitung der Bayreuther Festspiele übernehmen könnte. Für diese Aufgabe sei sie bereit, ihre Arbeit als Regisseurin sehr einzuschränken: „Nur die Bedingungen müssen stimmen, das heißt: So ein Intendantenwechsel wird ja oft gerne genommen, um noch einmal die Subventionen zu kürzen oder solche Spielchen. Man muss die Qualität in Bayreuth schon erhalten können. Das ist für mich eine Grundvoraussetzung“, so Wagner. Wenn sie sich bewerbe, ginge es ihr dabei nicht um die Macht des Titels Festspielleiter.
Privat hört die 29-jährige gerne die Rockband Rammstein, verrät sie bei „Beckmann“. Ihr Vater Wolfgang reagiere auf ihren Musikgeschmack mit Gleichmut. „Er musste es mehrere Male freiwillig und unfreiwillig hören, wenn er zu mir ins Auto stieg. Aber er besitzt eine stoische Ruhe und hat nicht gesagt, mach’ das aus.“
Der Komponisten-Kult zeigt in ihren Augen zuweilen bizarre Züge: „Das kommt einem schon sehr merkwürdig vor: Etwa wenn mal ein Haar ausfällt, ob man das behalten dürfe, weil das hätte das Richard Wagner-Gen. Da denke ich mir: Die Haare aus meiner Haarbürste landen im Abfalleimer wie bei jedem normalen Menschen auch.“
