Karlheinz Böhm und seine Ehefrau Almaz Böhm


Vor 25 Jahren gründete er die Hilfsorganisation „Menschen für Menschen“ – heute ist Karlheinz Böhm einer der weltweit populärsten Entwicklungshelfer. Mehr als 275 Millionen Euro Spenden hat er bisher für seine Stiftung gesammelt, und wie kaum ein zweiter kämpft er persönlich für die Ärmsten der Armen. Auch mit 78 Jahren lebt der frühere Filmstar mehrere Monate im Jahr unter einfachsten Bedingungen in Äthiopien und treibt vor Ort unermüdlich neue Projekte voran. Seit jetzt 15 Jahren immer an seiner Seite: Almaz Böhm. Genau wie ihr 36 Jahre älterer Ehemann setzt sich die gebürtige Äthiopierin ehrenamtlich für ihre notleidende Heimat ein. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums von „Menschen für Menschen“ sprechen Karlheinz und Almaz Böhm bei „Beckmann“ über ihre Arbeit und ihr Leben zwischen zwei Welten.

Die Erfahrungen, die er bei seiner Arbeit in Äthiopien gemacht hat, haben den früheren Filmstar verändert: „Ich habe entdeckt, dass ein wesentlicher Unterschied in meinem Leben entstanden ist. Bis zu meinem 53. Lebensjahr habe ich alles für mich getan. Ob das bessere Gagen waren, gute Rollen oder gute Kritiken – es war alles für mich.“ Heute könne er „reinen Herzens“ sagen: „Alles was ich tue, 24 Stunden am Tag, ist für die Menschen in Äthiopien. Ich habe den Sinn und den Zweck gefunden, warum ich geboren bin. Und ich bin sehr, sehr glücklich damit.“

Als besondere Auszeichnung empfindet Karlheinz Böhm, dass er neben der österreichischen jetzt auch die äthiopische Staatsbürgerschaft besitzt. „Ich bin jetzt Äthiopier. Vor wenigen Tage habe ich einen äthiopischen Pass bekommen“, berichtet der 78-Jährige „Beckmann“ und erklärt: „Ich habe mich in den letzten 25 Jahren mehr und mehr nicht als Europäer gefühlt.“

Böhm will sich noch möglichst lange persönlich für „Menschen für Menschen“ einsetzen. Er lebe ganz nach dem Ratschlag seines Vaters: „Wenn du anfängst, an die Rente zu denken, dann kauf dir lieber gleich ein schönes Grab und einen guten Sarg – dann ist es eh bald vorbei.“ Angst um die Zukunft seiner Stiftung hat Böhm nicht: „Die Frage, was passiert mit der Organisation, stellt sich nicht mehr.“ Seine Ehefrau Almaz werde irgendwann die Arbeit in seinem Sinne fortführen. Trotz vieler Reisen führt das Paar eine perfekte Beziehung: „Räumliche Distanz macht uns nicht aus“, sagt Almaz Böhm, „seelisch sind wir immer zusammen.“    

Die 42-Jährige Äthiopierin hat die früheren Filme ihres Mannes mit gemischten Gefühlen gesehen. Während „Peeping Tom“ sie etwas erschreckt habe, haben ihr die „Sissi“-Filme sehr gut gefallen. Böhm selbst hält seine früheren „Sissi“-Filme für unterschätzt. „In China sind sie der Renner auf DVD, und jetzt werden sie gerade für Japan synchronisiert. Der Grund ist nicht, dass es Kitsch ist, wie man oft gesagt hat, sondern dass es fabelhaft gedrehte Unterhaltungsfilme sind.“