Karl Moik
Fast auf den Tag genau vor 25 Jahren öffnete Karl Moik erstmals seinen „Musikantenstadl“. Womit 1981 niemand rechnete: Der volkstümliche „Stadl“ wurde zum Quotenrenner und Exportschlager, sein Erfinder zum Botschafter der guten Laune. Ob in Südafrika, Dubai oder vor 800 Millionen Zuschauern in China – weltweit war Moik „Karl der Große“. Showgrößen wie Caterina Valente, VicoTorriani und Peter Alexander waren bei ihm zu Gast, selbst Harald Schmidt und Stefan Raab bekannten sich als Fans. Silvester 2005 moderierte er zum letzten Mal den „Musikantenstadl“. Die Ära des TV-Dinos endete dramatisch: Nach fünf Stunden Livesendung erlitt Moik einen Schwächeanfall. Seitdem hat er sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Jetzt blickt Karl Moik bei „Beckmann“ auf 25 Jahre „Musikantenstadl“ zurück.
Moik nennt Unvernunft als Ursache für seinen letzten Schwächanfall. „Das muss ich mir selbst zuschreiben.“ Gerüchte, dass er nach der Sendung einen leichten Schlaganfall erlitten habe, weist der 67-Jährige bei „Beckmann“ zurück. Er habe sich einfach zuviel zugemutet, als er vor der Silvesterausgabe des „Musikantenstadls“ beruflich noch 16 Tage unterwegs war. „Ich habe immer noch geglaubt, ich sei 50 Jahre alt.“ Derzeit genießt der Entertainer und Moderator seinen derzeitigen Ruhestand. „Ich bin noch im Stadium der Faulheit.“
Wenn Moik an den „Musikantenstadl“ zurückdenkt, bleibt für ihn ein Name unvergesslich: Harald Juhnke. „Ich habe ihn als Freund erlebt.“ Ein Begriff, mit dem Moik zurückhaltend umgeht: „Wenn du in diesem Geschäft ganz oben bist, hast du keine Freunde. Freundschaften gibt es nicht. Du hast gute und weniger gute Bekannte – und du hast Leute, die du engagierst, weil sie aktuell sind.“ Nach fast genau 25 Jahren habe er heute nur drei echte Freunde, gesteht er. Einsam fühle er sich aber absolut nicht.
Moik gilt als Entdecker von Sängern und TV-Moderatoren wie Stefan Mross, Hansi Hinterseer, Florian Silbereisen – und André Rieu. Moik ermöglichte Rieu seine ersten großen Showauftritte in Deutschland, woraus eine enge Beziehung entstand, die bis heute anhält. „Er ist ein absoluter Profi“, lobt Moik seine Entdeckung und zeigt sich plötzlich gerührt: Als Überraschungsbesuch kommt Rieu in die Sendung. Rieu über Karl Moik: „Was ich an ihm mag, das ist sein Dickkopf. Er weiß genau, was er seinem Publikum geben muss.“
Moik war immer ein akribischer Arbeiter und kreativer Kopf. Aber auch er musste Lehrgeld zahlen. Zu Beginn seiner Karriere sei er noch eine „Plaudertasche“ gewesen – aber schnell „immer ruhiger“ geworden. „Man merkt, das Plaudern schadet dir. Je höher du aufsteigst, umso dünner wird die Luft. Wenn du jemandem eine Idee erzählst, kannst du 99,9prozentig sicher sein, dass sie von irgendwem anders umgesetzt wird.“
Nach seinem Abschied aus dem „Musikantenstadl“ blickt der 67-Jährige wieder nach vorn und liebäugelt mit einer neuen Show. „Es ist etwas im Busch, es gibt einige Angebote.“ Im Gespräch sei unter anderem eine neue Musikshow. „Am meisten interessiert mich etwas, was mit Swing, meiner Leidenschaft, zu tun hat.“


