Jörg Kachelmann, Claudia Kleinert und Sven Plöger
Sie zählen zu Deutschlands beliebtesten Wetterfröschen, gemeinsam sind sie das Wetterteam im Ersten. Seit Jörg Kachelmann, Claudia Kleinert und Sven Plöger auf dem Bildschirm zu sehen sind, weht ein frischer Wind durch den einst so trockenen Wetterbericht. Selbst „übler Regen“ wird bei ihnen zum reizvollen Naturspektakel. Beim „Gipfeltreffen der Wetterfrösche“ sprachen Jörg Kachelmann, Claudia Kleinert und Sven Plöger über ihre Leidenschaft fürs Wetter.
Von der Diplom-Kauffrau zur Wetterfee – Claudia Kleinerts Berufsweg ist ungewöhnlich. „Er ist mein Entdecker“, sagt sie über Jörg Kachelmann, der früh ihr Talent erkannt und sie gefördert hat. Vor mehr als zehn Jahren holte der Schweizer auch Sven Plöger in sein Team. „Du siehst zwar nicht gut aus, aber du kannst reden“ – mit diesen Worten habe Kachelmann ihn auf den Bildschirm geholt, schmunzelt Plöger. Der studierte Meteorologe ist begeisterter Sportler und sucht immer wieder neue Herausforderungen beim Tauchen und ganz besonders beim Gleitschirmfliegen. Bereits als Kind habe er auf die Frage nach seinem Berufswunsch mit „Vogel“ geantwortet. „Ich hab immer gewusst, ich muss nach oben.“
Mit dem diesjährigen Sommer waren die Deutschen unzufrieden, dabei war er laut Claudia Kleinert durchaus „normal“. Allerdings: Da länger andauernde Sonnenperioden gefehlt haben, sei das „gefühlte Wetter“ schlechter als das tatsächliche. Kachelmann witzelt über die zunehmende „Sonnen-Neurose“, die er in Deutschland ausgemacht hat. „Da muss es wohl mal einen Ausbilder gegeben haben, der allen Radiomoderatoren gesagt hat, ihr müsst den Leuten in die Birne prügeln, ihr dürft nur glücklich sein, wenn die Sonne scheint.“ Er bedauert augenzwinkernd, dass Kinder „herangezüchtet werden, Regenwolken zu hassen“. Dabei sei doch gerade ein abwechslungsreiches Wetter spannend.
Kachelmann plant die Vorhersage von Stadtteilwetter und will dafür Seniorenheime als Wetterstationen nutzen. Heimbewohner könnten eine Reihe von Aufgaben übernehmen. „Viele Beobachtungen sind gar nicht mehr da, weil man soviel automatisiert hat. Aber wir brauchen Schneehöhen, Sichtweiten, Wolkenarten und solche Dinge.“ Die „Wetteranen“ seien laut Kachelmann als Hobby-Meteorologen gut qualifiziert: „Das sind Menschen, die sehr viel Erfahrung haben, die auch gewohnt sind, regelmäßig und zuverlässig zu arbeiten – und die auch Zeit haben.“ Ein Pilotprojekt in Lüneburg soll nun über die Ausweitung auf andere Städte entscheiden.

