James Last
Er gilt als erfolgreichster Bandleader der Welt. Mit 80 Millionen verkauften Alben und mehr als 200 Goldenen Schallplatten hat James Last eine der größten Erfolgsgeschichten der Nachkriegszeit geschrieben. Jahrzehntelang war seine Bigband fester Bestandteil aller großen Samstagabendshows im deutschen Fernsehen. Bis heute wird sein legendärer „Happy Party“-Sound auf der ganzen Welt in über 150 Ländern gehört und gespielt. Jetzt, mit 77 Jahren, geht Last noch einmal auf eine letzte große Orchestertournee. Bei „Beckmann“ zieht er Bilanz über sein Leben und seine Karriere.
Bigband-Legende James Last hält die Ära großer Orchester für beendet. „Es wird immer schwieriger. Die Schallplattenindustrie geht ständig weiter runter, und das Fernsehen zahlt auch nicht mehr“, klagt der 77-Jährige. Heutzutage müsse man am besten noch „Geld mitbringen“.
Deshalb sei seine jetzt beginnende Deutschlandtour für ihn „die letzte in diesem Ausmaß“, so Last. Zur Ruhe setzen will er sich künftig aber ganz und gar nicht. Selbst für ihn musikalisch ungewöhnliche Projekte will er für die Zukunft nicht ausschließen: Zwar sei Rammstein „ein bisschen schwer“ für seinen typischen „Happy Sound“ – „aber ‚Hells Bells’ von AC/DC geht schon besser“. Eine interessante Herausforderung wäre für ihn auch die „Dreigroschenoper“ von Brecht, die er gerne neu arrangieren möchte.
Trotz all seiner Welterfolge ist der Hamburger bodenständig und liebenswert normal geblieben. Er verstehe nicht, wie andere Stars über ihre Fans schimpfen könnten. „Die Fans sind deine Freunde. Ich bin einer, den kann man anfassen.“
James Last ist zufrieden mit sich und seinem Leben. „Ich habe heute noch Spaß an den Sachen, die ich gemacht habe, und könnte sie bis an meine Lebensende weiter machen.“ Den Tod fürchtet er nicht. Seinem Sohn habe er neulich gesagt: „Wenn ich mal nicht mehr da sein sollte, dann habt euren Spaß. Der Alte hat richtig gut gelebt.“
