Hubertus Prinz zu Hohenlohe
Ein spektakulärer Todesfall erschüttert den europäischen Hochadel und sorgt weltweit für Schlagzeilen. Vor fünf Wochen war Christoph Prinz zu Hohenlohe, ältester Sohn von Ira Prinzessin von Fürstenberg und des verstorbenen Alfonso Prinz zu Hohenlohe, auf Grund einer Visa-Fälschung in Thailand verhaftet und eingesperrt worden. Wenige Tage später fand man den 49-Jährigen bewusstlos in seiner Zelle, zwei Tage darauf war er tot. Bis heute sind die genauen Umstände rätselhaft. Seine Mutter, Ira von Fürstenberg, und sein Bruder Hubertus zu Hohenlohe erheben schwere Vorwürfe – vor Ort haben sie versucht herauszufinden, was wirklich geschah. Jetzt spricht Hubertus zu Hohenlohe bei „Beckmann“ erstmals ausführlich über den mysteriösen Todesfall seines Bruders.
Auf Veranlassung der Familie ist der Leichnam von Christoph Prinz zu Hohenlohe Mitte August in Spanien ein zweites Mal obduziert worden. „Wir haben von Leuten im Gefängnis-Spital ganz klare Indizien bekommen, dass wir nicht alles erfahren werden, was wir erfahren sollten.“ Mehr Details hätten die einheimischen Hinweisgeber nicht verraten wollen, weil sie ansonsten „Kopf und Kragen riskieren“ würden.
Die erste, in Thailand durchgeführte Obduktion nennt als Todesursache „Herzversagen durch Zusammenbruch aller Organe und daraus folgender Vergiftung“, sagt Hubertus zu Hohenlohe bei „Beckmann“. Doch viele Informationen aus Thailand seien widersprüchlich und nicht zu erklären.
Bis heute erheben Ira von Fürstenberg und Hubertus zu Hohenlohe schwere Vorwürfe gegen die thailändischen Behörden. Zweimal sei eine in vergleichbaren Fällen übliche Kautionszahlung in Höhe von 6.000 Euro abgelehnt worden. Den Grund kann Hohenlohe immer noch nicht verstehen: „Der Richter hätte die geleistete Kaution akzeptieren müssen.“ Außerdem sei sein Bruder nach dessen Kollaps zu spät aus der Haftzelle in die Klinik überwiesen worden. „Man hätte meinem Bruder früher helfen sollen.“
Hohenlohe kritisiert die Haftbedingungen in Thailand. Sein Bruder sei zusammen „mit 30 oder 40 anderen Häftlingen“ eingesperrt gewesen, darunter eine Reihe von Schwerverbrechern. Er wisse nicht, ob „das alles Absicht war oder Zufall – oder ob das da einfach so funktioniert“. Es gebe in Thailand eine Anfrage der parlamentarischen Opposition, „warum man jemand, der einfach nur Tourist war und noch nie etwas gemacht, so lange schikaniert hat und festgehalten hat“.
Er könne alle Thailand-Touristen nur dringlich warnen: „Ich habe das anfangs auch unterschätzt. Ich hielt das für eine Lappalie, die nach drei Tagen erledigt ist.“ Eine Verhaftung in Thailand solle jeder Urlauber oder Angehörige „sofort sehr ernst nehmen“. Seit Jahren prangert Amnesty International die Haftbedingungen in thailändischen Strafanstalten an. Die auf Wunsch der Familie durchgeführte zweite Obduktion soll jetzt für Klarheit sorgen. Das Ergebnis werde „in zwei, drei Wochen“ vorliegen.
