Horst Seehofer
Nach dem monatelangen Machtkampf in der CSU ist die Entscheidung gefallen: Erwin Huber lag bei der Wahl des neuen Parteivorsitzenden klar vor Horst Seehofer und Gabriele Pauli und wird Nachfolger von Edmund Stoiber. Jetzt soll wieder Ruhe einkehren in der bayerischen Volkspartei. Horst Seehofer zieht bei „Beckmann“ Bilanz eines äußerst bewegten Parteitages.
Der Bundesverbrauchminister zeigt sich trotz der Niederlage zufrieden mit seinem Wahlergebnis von knapp 40 Prozent der Delegiertenstimmen – und spricht sich für einen Verbleib der „Partei-Rebellin“ Gabriele Pauli in der CSU aus. „Ich will, dass Frau Pauli bei uns bleibt.“ Sie sei eine „starke und couragierte Frau mit einer beachtlichen Lebensleistung“, lobt Seehofer die Fürther Landrätin, allerdings „gibt es ein, zwei Punkte, wo sie selber überlegen muss, was kann sie oder muss sie selber dazu beitragen, dass das Miteinander wieder möglich wird“.
Seehofer wirft Pauli „Selbstgerechtigkeit“ vor. „Sie sagt ganz einfach, ich habe alles richtig gemacht, ich habe nie jemand persönlich in Frage gestellt, ich habe nie jemand persönlich verletzt. Das finde ich schade.“
Nach den andauernden Machtkämpfen der letzten Monate mahnt Seehofer die CSU zur Zusammenarbeit: „Wir sind auf Gedeih und Verderb aufeinander angewiesen.“ Denn wenn die CSU politisch weiterhin etwas bewegen wolle, sei der Zusammenhalt innerhalb der Partei von großer Bedeutung.
Eine wichtige künftige Aufgabe der gesamten neuen CSU-Spitze sieht Seehofer in der Profilierung gegenüber der CDU – erst recht nach dem „äußerst starken Auftritt“ von Angela Merkel auf dem CSU-Parteitag. „Daraus entsteht bei uns in der CSU eine zusätzliche Herausforderung: Wie kann man sich profilieren als eigenständige politische Kraft in der gleichen politischen Familie Union, wenn man über solch ein starke Kanzlerin verfügt?“
