Horst Janson und seine Tochter Laura
In den 70er Jahren erobert Horst Janson (72) ein Millionenpublikum, in den 80ern kennt ihn dann endgültig jedes Kind. Ob in seiner Paraderolle „Bastian“ oder als der liebe „Horst“ aus der Sesamstraße – Janson hat in zahlreichen Kultserien Fernsehgeschichte geschrieben. In diesem Jahr begeht der beliebte Schauspieler sein 50. Bühnenjubiläum, doch zum Feiern ist dem TV-Star wahrlich nicht zumute: Seit zwei Jahren steht er vor dem finanziellen Nichts, im Januar 2006 sollte das Heim der Familie Janson zwangsversteigert werden. Kurz darauf erkrankt seine jüngste Tochter Laura an Magersucht. Nach ersten Fortschritten erleidet die 21-Jährige vor wenigen Wochen einen schweren Rückfall. Bei „Beckmann“ sprechen Horst und Laura Janson über ihren Kampf gegen die heimtückische Krankheit Magersucht und wollen damit anderen Betroffenen Mut machen.
Die Magersucht, erklärt Laura Janson, habe sich „schleichend eingestellt“. Auch wenn sie nie viel gewogen habe, sei sie eigentlich ein Mensch gewesen, „der sehr gerne und viel gegessen hat“. Die Ursache ihrer Krankheit ist noch nicht klar: „Es ist irgendein Erlebnis aus frühester Jugend oder ein tief seelisches Problem.“
Auslöser von Lauras Magersucht waren möglicherweise die Existenznöte ihrer Familie. Horst Janson hat durch Immobiliengeschäfte viel Geld verloren, das Haus der Familie konnte erst durch die Hilfe eines Freundes vor der Zwangsversteigerung gerettet werden, erzählt der TV-Star. Mittlerweile habe sich seine finanzielle Situation etwas entspannt: „Wir sind jetzt auf einem soliden Sockel. Ich arbeite, und wir haben unser Haus zurück – wir leben also ganz gut.“
Als Horst Janson das erste Mal das veränderte Essverhalten seiner Tochter bemerkte, hielt er es noch für ein „vorübergehendes“ Problem. Doch dann wurde ihm bewusst, dass es sich um eine ernste Erkrankung handelte. „Ihre Mutter war verzweifelt, der Umgang mit Laura sehr schwierig“, erinnert sich der 72-Jährige. Seine Tochter befand sich damals längst in einem Teufelskreis: „Ich habe etwas gegessen und gedacht, ich habe etwas Falsches gemacht und würde innerlich bestraft werden. Ich habe mich gefühlt, als hätte ich was ganz Schlimmes gemacht. Dann ist über mir so eine Welle von Traurigkeit, Angst, Panik zusammengebrochen – es war undefinierbar. Und ich saß dann nur noch weinend in der Ecke und habe mich wie der letzte Mensch auf dieser Welt gefühlt – total verlassen und einsam.“
Bis heute kämpft Laura Janson gegen ihre Magersucht: „Ich habe für mich jetzt nur festgestellt, dass ich wirklich ein sehr großes Problem mit mir selber habe, dass ich mich unwohl fühle. Ich habe so ein bisschen den Bezug zu mir, die Eigenliebe zu mir verloren. Wenn man sich selber liebt, dann gesteht man sich auch Sachen zu. Sachen, die schmecken, die man mag, die einem Freude bereiten. Und da fehlt es bei mir einfach ein bisschen.“


