Herbert Grönemeyer


Seit mehr als 20 Jahren ist er Deutschlands erfolgreichster Künstler und Musiker. Im Kinohit „Das Boot“ schaffte Herbert Grönemeyer 1981 den Durchbruch als Schauspieler, nur drei Jahre später stürmte er als Sänger an die Spitze der Charts und avancierte mit Songs wie „Bochum“, „Männer“, „Alkohol“ oder „Flugzeuge im Bauch“ zum gefeierten Popstar. Auch sein Album „Mensch“ brach 2002 alle Rekorde: Grönemeyer bewegte mit seinen Songs die Herzen der Nation und füllte auf der gleichnamigen Tournee sämtliche Stadien. Neben der Musik engagiert er sich seit vielen Jahren für politische und soziale Themen – für den Umweltschutz und gegen das Elend in Afrika. Jetzt gibt Herbert Grönemeyer bei „Beckmann“ eines seiner seltenen Fernsehinterviews und spricht erstmals ausführlich über seine Karriere.

Die Sympathiewelle nach seinem letzten Album „Mensch“ hat der 50-jährige sehr genossen. „Der Erfolg war so riesig und überschwenglich, dass man als Westfale erstmal wieder auf den Boden zurückkommen wollte. Es war wie ein Rausch.“ In der Woche nach der „Mensch“-Tour sei seine „Eitelkeit auf dem Höhepunkt“ gewesen. „Man ist begeistert und findet sich natürlich ganz toll. Wenn man dann nach Hause kommt, und keiner holt den Koffer ab und klatscht, wenn man sich zum Frühstück setzt, das ist schon merkwürdig.“

Nach der Euphorie sei es ihm schwer gefallen, zur Ruhe zu kommen. Sofort nach Tour-Ende habe er bereits wieder an neuen Songideen gearbeitet, sagt Grönemeyer über seine Liebe für die Musik. „Das ist wie Duschen. Ich werde eher unausstehlich, wenn ich nicht singe.“

Der Sänger verrät bei „Beckmann“, dass seine Leidenschaft nicht immer leicht auszuhalten sei. „Für sensible Gemüter ist es nicht ganz einfach, mit mir zu leben.“ Schon als Jugendlicher habe er „alles, was singbar war, weggesungen“. Nicht immer zur Begeisterung von Freunden und seinen Brüdern, wie er gesteht. Bei ihm müsse immer etwas passieren, entspannen könne er schlecht. „Ich brauche das halt, weil ich immer so unter Druck stehe. Es wird langsam etwas besser, aber nicht so richtig. Ich brauche das, um Dampf abzulassen.“

Im Herbst will Grönemeyer, der seit einigen Jahren  in London lebt, über seine Rückkehr nach Deutschland entscheiden. Dann habe seine Tochter Marie ihren Schulabschluss und wolle England verlassen. Ob dann die ganze Familie mitkommt, könne er derzeit noch nicht verraten: „Ich bin kein großer Planer.“