Hardy Krüger, Hardy Krüger jr., Anita Krüger sowie Claude Martin


Er ist einer der ganz wenigen deutschen Weltstars. Bereits mit 15 steht Hardy Krüger das erste Mal vor der Kamera, in der Nachkriegszeit avanciert er dann zum gefeierten internationalen Filmstar und spielt unter anderem an der Seite von John Wayne, James Stewart, Catherine Deneuve und Sean Connery. In den 70er Jahren beginnt Krüger eine erfolgreiche Karriere als Schriftsteller. Und auch eine weitere lebenslange Leidenschaft macht er schließlich zum Beruf: das Reisen. Als TV-Weltenbummler berichtet er in zahlreichen Reportagen von den entlegensten Winkeln der Welt.

Vergangenen Samstag wurde Hardy Krüger 80 Jahre alt. Zwei Tage nach seinem Geburtstag blickt er bei „Beckmann“ ausführlich auf sein bewegtes Leben zurück. Hardy Krüger spricht über seine Begegnungen mit den großen Hollywood-Stars, über seine lange Freundschaft zu Helmut und Loki Schmidt sowie über seine künftigen Projekte.

Außerdem zu Gast sind Anita Krüger, die mit dem Schauspieler seit drei Jahrzehnten verheiratet ist, sein Sohn Hardy Krüger jr. („Forsthaus Falkenau“) sowie der frühere französische Botschafter Claude Martin, einer von Hardy Krügers engsten Freunden.

Als Jugendlicher wurde Hardy Krüger auf die Adolf-Hitler-Schule in Sonthofen geschickt. „Dieses Militärische und das ständige Mut haben müssen, niemals schwach sein zu dürfen – das war für mich ein Problem, das passte nicht zu mir. In Sonthofen haben die mich zur Killermaschine erzogen. Ich konnte wunderbar schießen – wir alle konnten das.“

Erst der Schauspieler Hans Söhnker, der während des Zweiten Weltkriegs Juden vor den Nazis versteckte, klärte den jungen Krüger über den Nationalsozialismus auf: „Er hat mich wissen lassen, dass Hitler ein Verbrecher ist. Das war schlimm, denn ich habe immer nur gehört, dass Juden ganz fürchterliche Menschen seien. Er hat mir von Dachau und Bergen-Belsen erzählt – das war ein enormer Schock.“  Zurück in Sonthofen war er von da an gezwungen, ein Doppelleben zu führen. „Ich durfte mich nicht verraten – auch nachts im Traum nicht, denn ich war ja nicht allein im Zimmer.“

Seinen ersten Film („Junge Adler“) drehte Hardy Krüger im Alter von 15 Jahren. In seinem vorerst letzten Film war er 43 Jahre später, im Jahr 1987, zu sehen. Jetzt denkt der Hollywood-Star an ein gemeinsames Projekt mit seinem Sohn Hardy Krüger jr. Bei „Beckmann“ sagen beide: „Es gibt den Wunsch beim Publikum. Und es gibt den Wunsch bei uns!“ Zahlreiche Produzenten haben bereits angefragt, sagt Hardy Krüger und zeigt sich optimistisch, dass das Comeback klappen kann: „Die deutschen Filme werden ja immer besser.“

Längst ist Krüger junior selbst ein TV-Star, doch die Filmkarriere des Vaters ist für den 39-Jährigen immer noch ein großes Vorbild: „Das waren meine Helden. Das waren Menschen mit Rückgrat, Überzeugung und Gefühl. Heute gibt es wenige solche Menschen, die dieses Charisma haben.“

Zugleich kritisiert Hardy Krüger jr. das aktuelle Filmgeschäft: „Ich glaube, dass die Leute sich heute viel zu ernst nehmen, weniger an die Sache selbst glauben und keine Visionen mehr haben. Heute geht alles so schnell. Es wird produziert, produziert, produziert – aber es geht um nichts mehr. Die Inhalte fehlen und die Tiefe fehlt.“

Auch Claude Martin schätzt die Arbeit seines langjährigen Freundes sehr. Gerade dessen erste Filme, sagt der ehemalige Botschafter von Frankreich, haben das deutsch-französische Verhältnis nach dem Zweiten Weltkrieg maßgeblich verbessert. „Man kann sagen, dass Hardy das Bild der Deutschen in Frankreich korrigiert hat. Für ein paar Jahre war der Deutsche im Film immer der Böse oder wurde in Komödien der Nachkriegszeit lächerlich gemacht. Aber Hardy war der erste deutsche Schauspieler, der einen guten deutschen Soldaten im Krieg gespielt hat. Das hat Deutschland, finde ich, sehr sympathisch gemacht. Und das war für viele in Frankreich eine Wende.“

Hardy Krüger hat später selbst in Frankreich gelebt, doch dies war nur eine Station im Leben des Weltenbummlers. Sein Sohn ist ihm heute dankbar für die vielen Reisen und die Zeit auf einer Farm in Namibia: „Das hat mich sehr geprägt“, erzählt Hardy Krüger jr. „Ich hatte einfach eine Traumkindheit! Er war ein sehr liebevoller und verspielter Papa, das kann man eigentlich nur jedem Kind wünschen.“

Hardy Krüger ist stolz auf die Erfolge des Sohnes: „Ich habe nicht dabei geholfen. Ich habe nicht mit Produzenten gesprochen, um ihnen zu sagen: Helft mir doch mal, mein Sohn möchte gerne Karriere machen.“ Er habe ihm früher nur einen einzigen Rat gegeben: „Du hast erlebt, dass das nicht immer alles Honigschlecken ist und dass Schauspielerei nicht nur eine Frage der Begabung ist, sondern auch des Charakters. Und wenn du das alles durchstehen willst, dann mach es!“

Von der jüngsten Entscheidung seines Filius ist der Achtzigjährige begeistert. Für seine Schwiegertochter Kathrin (30) findet er nur Komplimente. „Entzückend, bescheiden, klug und gut aussehend“, schwärmt er. Er selbst hat sein Glück bei seiner Frau Anita gefunden. Seit 30 Jahren sind beide verheiratet, seitdem haben sie gemeinsam fast die ganze Welt bereist. Doch für die Amerikanerin ist längst auch Deutschland ein Stück Heimat, sagt sie. „Es ist ein Teil meines Lebens geworden.“