Gunter Sachs
In den 60er und 70er Jahren avancierte Gunter Sachs zum Prototyp des Gentleman-Playboys. Teure Yachten und schöne Frauen – wie kaum ein anderer lebte der Millionenerbe den Traum vom Jetset zwischen Saint-Tropez, St. Moritz und Paris. Zu seinen Freunden zählten Salvador Dalí, Andy Warhol, Coco Chanel und die Kennedys, seine Blitzheirat mit Brigitte Bardot sorgte international für Schlagzeilen. Doch außerhalb der Glamourwelt führt Sachs ein komplett anderes Leben: Er studiert Mathematik und macht sich schnell einen Namen als ausgezeichneter Dokumentarfilmer, Fotograf und Kunstsammler. Bei „Beckmann“ spricht Gunter Sachs über sein bewegtes Leben, über sein Image als Playboy und über seine Liebe zur Kunst.
Gunter Sachs hält den Kunstmarkt mit Preisen von bis zu 100 Millionen Dollar für „völlig meschugge“, wie er sagt. „Ich finde, für einen Quadratmeter Leinwand mit ein bisschen Farbe drauf ist das ein bisschen sehr viel.“ Ein Grund für die derzeitigen Höchstpreise sieht Sachs in neuen Käuferschichten mit ausreichend Kapital: „Was das kostet, ist egal. Ich habe sogar den Eindruck, wenn es zu wenig kostet, dass sie es dann nicht haben wollen.“
Über sein Image zeigt sich Gunter Sachs amüsiert. „Ich bin jetzt 75, fast 40 Jahre verheiratet – und der Playboy ist geblieben, was eigentlich eine Farce ist“, sagt die Jetset-Ikone. Sein Leben als Playboy sei in Wahrheit relativ kurz gewesen: „Ich würde sagen acht Jahre, von 1960 bis 1968.“ Nach der Trennung von Brigitte Bardot sei er „noch einmal 56 Tage unverheiratet“ gewesen und seither mit seiner Frau Mirja zusammen.
Dennoch könne er gut mit seinem Bild in der Öffentlichkeit leben: „Die Deutschen haben keinen anderen oder besseren gehabt – und dann habe eben ich Wache geschoben“, schmunzelt Sachs. Heutige Jetsetter wie Paris Hilton sieht Sachs nicht als Nachfolger seiner Generation. „Ich bin kein großer Fan von ihr. Das Spektakel ist nicht mein Fall. Ich habe viel stiller gelebt, als die Leute denken.“


