Götz George


Er gilt als scheuer Einzelgänger – und doch ist Götz George einer der populärsten Schauspieler Deutschlands. Als Elfjähriger stand er 1950 das erste Mal auf einer Theaterbühne, seitdem legt der Sohn des berühmten Heinrich George eine einzigartige Wandlungsfähigkeit an den Tag. Mal gab er den romantischen Helden, mal den wilden Kerl in den Karl-May-Filmen. Seit den 80ern verkörpert er den Duisburger Kommissar Horst Schimanski, der längst eine Fernsehlegende ist. Doch George kann auch ganz anders: Er zeigte sein komödiantisches Talent („Schtonk“, „Rossini“) und brillierte in eindringlichen Filmen wie „Der Totmacher“, „Der Sandmann“ und „Mein Vater“. Heute zählt Götz George zu den ganz wenigen großen deutschen Charakterdarstellern.

Jetzt gibt er anlässlich seines 70. Geburtstages am 23. Juli eines seiner seltenen Interviews. Bei „Beckmann“ spricht Götz George über den Menschen hinter den Rollen, er macht sich Gedanken über das Älterwerden und verrät, was ihn immer wieder antreibt.

Götz George geht gelassen mit seinem kommenden 70. Geburtstag um. „Es passiert ja nichts – du wirst älter und vergisst den ein oder anderen Namen. Das ist das Einzige, was auf dich zukommt.“ Eine große Feier plane er deshalb nicht. „Alle knallen sich die Hucke voll und finden dich ganz toll. Und am nächsten Tag fragen sie dich: 'War irgendwas? Habe ich dir gesagt, was ich dir schon immer sagen wollte? Habe ich mich schlecht benommen?' Das finde ich nicht so spannend.“

Misstrauischer sei er im Alter geworden, gesteht George, auch gegenüber manch einem der Gratulanten, die jetzt kommen würden: „Was ist wirklich ernst gemeint? Kommt das aus dem Herzen? Wünschen sie dir wirklich ein langes Leben, wünschen sie dir wirklich Gesundheit? Ich bin da ganz vorsichtig geworden.“

Die meisten seiner echten Freunde kenne er schon sehr lange, die wenigsten stammen aus der Film- und Fernsehbranche, die der Schauspieler möglichst meidet: „Es ist ein verlogener Beruf. Du musst ja lügen dein ganzes Leben lang – und das überträgt sich aufs Private. Die meisten Menschen in dem Beruf lachen ohne Freude.“

Einer seiner wenigen Freunde ist Nico Hofmann. Für ihn ist George der „wichtigste Lehrmeister“ seines Lebens gewesen, sagt der Regisseur und Filmproduzent. Der Schauspieler erwarte eine „hohe Kritikfähigkeit“ und arbeite „auf hohem Niveau“. Besonders bewundert Hofmann an George dessen „völlige Angstfreiheit“ beim gemeinsamen Arbeiten: „Das ist das größte Geschenk von ihm.“

George genießt sein zurückgezogenes Leben auf Sardinien, wo er die meiste Zeit des Jahres gemeinsam mit Partnerin Marika Ullrich verbringt: „Kein Handy, kein Computer, und der Fernseher ist kaputt. Das ist alles nicht wichtig. Du musst dich auf dich selber konzentrieren.“

Seit über zehn Jahren sind George und Ullrich ein Paar. Die beiden, so Ullrich, hätten sich „langsam angenähert.“ Auch beruflich harmonieren beide bestens: „Unsere Nähe kommt uns bei gemeinsamen Projekten zugute.“

Überraschungsgast der Sendung ist Götz Georges Tochter Tanja. Seit zwei Jahren haben sich beide nicht mehr getroffen, seit langem lebt die Filmemacherin in Australien. Dort könne sie ihr „eigenes Leben gestalten“, ohne ständig auf ihren prominenten Vater angesprochen zu werden. „Er ist ruhiger geworden“, verrät sie bei „Beckmann“.