Gaby Köster


Sie zählt zu Deutschlands erfolgreichsten Comedians. Zehn Jahre lang saß Gaby Köster allein unter Männern in der Comedy-Runde „Sieben Tage – Sieben Köpfe“ und nahm die Herren der Schöpfung auf die Schippe. Egal wo sie auftritt – das Publikum liebt die Kölnerin mit der großen Klappe, die einst von der Showlegende Rudi Carrell ins Fernsehen geholt wurde. Aktuell ist Gaby Köster wieder solo unterwegs. Bei „Beckmann“ macht sie sich ihre ganz eigenen Gedanken über unkonventionelle Kindererziehung, verbohrte Elternpaare und die Frage, wie man als allein erziehende Mutter jenseits der 40 doch noch den Mann fürs Leben findet.

Zwischen Gaby Köster und ihrem Entdecker Rudi Carrell bestand eine ganz besondere Beziehung, da sie ihm im Gegensatz zu vielen anderen nicht nach dem Mund geredet habe, erzählt die Komikerin. „Wenn mir mal etwas nicht gepasst hat, dann hab’ ich das gesagt. Und wenn man solch einen Stand hat wie er, dann passiert das nicht so oft.“ Im Gespräch mit Reinhold Beckmann erinnert sie sich an eine Situation nach ihrer ersten Sendung. Er habe sie gefragt, ob sie Angst vor ihm hätte, worauf sie erwiderte: „Rudi, hast du dich mal angekuckt – so ein zartes Kerlchen?“ Dieses Selbstbewusstsein habe die Showlegende an ihr geschätzt.

Als noch niemand von Carrells Krankheit ahnte, hat Köster sich um ihn gesorgt: „Irgendwie hatte ich schon vorher ein ungutes Gefühl, weil Rudi ein bisschen hagerer war und müde. Ich sagte zu ihm, wie man das manchmal so sagt: ‚Du gefällst mir aber überhaupt nicht.’“ Doch er habe sie beruhigt, dass alles in Ordnung sei.
Erst Monate später haben Gaby Köster und ihre Kollegen von „7 Tage – 7 Köpfe“ von Carrells Krankheit erfahren. „Rudi hat jedem einen Brief geschrieben. Und ich sehe diesen Brief und denke: Was ist das jetzt? Und kuckte und musste mich erstmal hinsetzen.“ Die Nachricht sei für sie niederschmetternd gewesen. „Erstmal haben wir alle geheult. Meine Mutter war am Heulen und Donald, mein Sohn, auch. Das war schon ein Hammer.“ Carrell sei mit der Diagnose Lungenkrebs bewundernswert umgegangen, er habe auch danach noch oft gescherzt. „Für uns war das nicht immer einfach“, so Köster, aber für ihn war es einfach „das Wichtigste, dass er weiter lachen kann“.