Eduard Prinz von Anhalt und Joachim Held


Der eine ist der Cousin von Prinz Charles und Chef des herrschaftlichen Adelshauses Anhalt-Askanien. Der andere ist einer der weltbesten Lautenspieler und wurde zuletzt für seine solistische Einspielung barocker Musik mit dem ECHO ausgezeichnet. Was niemand weiß: Eduard Prinz von Anhalt und Joachim Held verbindet eine außergewöhnliche Familiengeschichte, die sie jetzt erstmals bei „Beckmann“ erzählen – der Klassikstar ist der Neffe von Eduard Prinz von Anhalt.

Wie erst jetzt, nach 44 Jahren, öffentlich bekannt wird, ist Joachim Held das Kind einer außerehelichen Affäre. Kurz nach seiner Geburt gab ihn seine Mutter Prinzessin Marie-Antoinette von Anhalt 1963 in ein Hamburger Kinderheim. Jeder Kontakt zur Familie seiner 1993 verstorbenen Mutter brach vollständig ab.

Auch Eduard Prinz von Anhalt, Cousin des britischen Thronfolgers Prinz Charles, wusste nichts von seinem Neffen: „Ich wurde von solchen Skandalen immer abgeschirmt. Ich habe mir erzählen lassen, dass meine Mutter von dieser Adoption gehört hatte und stocksauer war. Dadurch muss ein vollkommener Bruch zustande gekommen sein.“

Obwohl Held als Jugendlicher von seiner eigentlichen Herkunft erfuhr, behielt er sein Geheimnis 30 Jahre für sich. „Das war ein furchtbarer Schock, als ich es mit 15 erfahren habe. Das war für mich ganz erschreckend – dass da eigentlich so etwas Großartiges dahinter steht, von dem ich nur ahnen konnte, was es war. Natürlich hat mich von meiner seelischen Mutter vieles unterschieden – ich fand immer Schlösser toller als Reihenhäuser.“ Warum hat er so lange geschwiegen? „Aus Angst, abgelehnt zu werden. Weil das ist das Grundtrauma, wenn man weggeben wird. Ich hatte ganz lange Angst, das noch mal zu erleben.“

Jetzt könnte der Lautinist der kommende Chef des Hauses Anhalt-Askanien werden, das auf eine tausendjährige Geschichte zurückblickt. Eduard ist grundsätzlich dafür, dass sein Neffe zu dieser Verantwortung stehen soll. „Er muss sich einleben und sich einbringen in die Familie. Wir haben diesen Moloch an Namensträgern, mit denen wir zwar nichts zu tun haben, aber wo dauernd etwas auf uns einprasselt. Aber es wird sicherlich ein Punkt kommen, wo man fragt: Willst du diese Bürde auf dich nehmen?“