Edith Hunkeler


In der Schweiz ist sie so bekannt wie hierzulande Boris Becker: Edith Hunkeler, die im Rollstuhl-Sport so viele Titel gewonnen hat wie keine zuvor. Seit einem Autounfall 1994 ist sie querschnittgelähmt, nur mühsam kämpfte sich die damals 21-Jährige zurück ins Leben. Später musste sie weitere Schicksalsschläge verkraften, als sie erneut schwer verunglückte. Doch der Wille der mehrfachen Europa- und Weltmeisterin war nie zu brechen. Bei „Beckmann“ spricht Edith Hunkeler über ihr außergewöhnliches Leben und darüber, wie man es schafft, nicht aufzugeben.

Kurz nach ihrem Unfall gab es noch Hoffnung, dass Edith Hunkeler vollständig genesen könne. „Die Ärzte sagten, das wird schon.“ Umso größer war dann der Schock, als sie die Diagnose „Querschnittlähmung“ erfuhr. „Wenn ich von meinen Eltern und Freunden nicht diese Kraft bekommen hätte, hätte ich es nicht geschafft.“

Durch ihren Unfall sei sie schneller erwachsen geworden, berichtet Hunkeler. Erst ein Jahr nach dem Unglück und nach langen Rehabilitationsmaßnahmen konnte sie zurück nach Hause. „Ich war 21 und wollte noch so viel erleben“, schildert sie diese Zeit – wenig später entdeckte sie den Rollstuhlsport für sich.

Zwei Wettkampfunfälle schienen die Schweizerin später erneut zurück zu werfen, die Ärzte teilten ihr mit, ihre Karriere sei vorbei. Doch damit wollte sich Edith Hunkeler nicht abfinden. Immer wieder habe sie sich gesagt, es gebe für sie einen Weg zurück in den Sport.

Heute ist Hunkeler optimistisch und voller Lebensfreude: „Ich habe alles zurückbekommen – außer das Gehen.“ Die 35-Jährige lebt in einer glücklichen Beziehung mit dem Hockeyspieler  Mark Wolf und ist eine der erfolgreichsten Rollstuhlathletinnen der Welt. Eines hat Edith Hunkeler jedoch gelernt: „Ich denke nicht über die nächsten zehn Jahre nach – denn morgen kann alles anders sein.“