Dr. Roland Garve


Seit mehr als zwanzig Jahren reist er in die entlegensten Regionen der Erde. Als „Dschungel-Zahnarzt“ sucht Dr. Roland Garve in Neuguinea, Schwarzafrika und am Amazonas archaische Naturvölker auf und behandelt vor Ort die Zähne der Ureinwohner. Auf seinen riskanten Expeditionen taucht der Lüneburger immer wieder in neue Kulturen ein: Er fischt mit den Waldindianern, ringt mit Südseeinsulanern und nimmt Rauschdrogen mit den Papuas. Bei „Beckmann“ berichtet Roland Garve über seine Abenteuer und sagt, was er mit seinen Expeditionen bewegen will.

Seinen ersten Einsatz als „Dschungel-Zahnarzt“ erlebte Roland Garve bei Indianern in Ecuador. „Ich hatte keine Instrumente dabei, nur einen Schraubenzieher und eine Kombizange. Ich habe alles desinfiziert, dem Häuptling eine Spritze gegeben und den Zahn dann mit der Zange raus gezogen.“ Nach dieser improvisierten Behandlung wollte er künftig besser vorbereitet sein: „Ich habe mir gesagt, dass es beim nächsten Mal besser wäre, wenn ich meine Instrumente mitnehme bis hin zur Bohrmaschine – und so mache ich das seit Jahr und Tag.“

Roland Garve hat Mittel und Wege gefunden, die Sprachbarrieren zu den Ureinwohnern zu überwinden: „Entweder verständige ich mich mit Händen und Füßen, wenn ich die Sprache nicht kann – oder aber auf Portugiesisch und Englisch. In Neuguinea gibt es meist eine regelrechte Dolmetscher-Kette, weil in jedem Tal ein anderes Volk lebt und eine andere Sprache gesprochen wird.“

Grundsätzlich achtet Garve darauf, die Gastfreundschaft nicht zu verletzen. Bei der Ernährung hat der Deutsche keine Berührungsängste und passt sich den Einheimischen an. „Es kann schon sein, dass ich auch mal ein Affenbein esse oder gebackene Larven von einem Käfer – das schmeckt so wie Schmelzkäse. Wenn es frisch gebacken ist, schmeckt es sehr gut. Das ist da ja eine Delikatesse, denn im Wald gibt es nicht so viel Fleisch, und dann isst man auch mit.“