Doris Schröder-Köpf
Als Kanzlergattin stand sie sieben Jahre lang im Rampenlicht – heute macht sich Doris Schröder-Köpf rar und gibt nur selten Interviews. Seit dem Machtwechsel 2005 widmet sich die Ehefrau von Gerhard Schröder ganz der Familie: den Töchtern Klara und Viktoria und dem 2006 in Russland adoptierten Sohn Gregor. Gerade initiierte sie zudem ein internationales Jugendliteraturprojekt gemeinsam mit Ludmila Putina, der Ehefrau des russischen Staatspräsidenten. Bildung und Erziehung sind seit langem Themen, die ihr am Herzen liegen. Bei „Beckmann“ spricht Doris Schröder-Köpf über ihr heutiges Leben und über die Situation vernachlässigter Kinder in Deutschland.
Die Ehefrau von Altkanzler Gerhard Schröder befürwortet die Einführung von Pflichtkontrollen bei Familien mit Kindern. Die entsprechenden Pläne von Familienministerin Ursula von der Leyen bezeichnet Schröder-Köpf als „sinnvoll“ und fügt an: „Was spräche dagegen, an bestimmten Schnittpunkten – nicht nur vor Eintritt in die Schule, sondern auch wenn die Kinder im Kindergartenalter sind –, so etwas zu machen? Dann hätte man einen Punkt, an dem man eine gewisse Kontrolle hätte.“ Dabei sollte geprüft werden, ob „Kinder sich normal entwickeln können und ob sie Hilfestellung brauchen. Oder ob die Eltern Hilfestellung brauchen.“
Selbst die Entwicklung der beiden Adoptivkinder des Altbundeskanzlers würde regelmäßig vom Jugendamt verfolgt. „Wir haben schon ziemlich häufig Besuch vom Jugendamt gehabt aus diesem Grund. Am Anfang ist das ein bisschen seltsam, weil man beim Jugendamt erstmal an eine Kontrollinstanz denkt. Ich denke, wenn alle Kinder, die in problematischen Situationen aufwachsen, diese Bemühungen erfahren würden, wie sie Adoptiveltern in Deutschland erfahren, dann wäre das ein Qualitätsschlüssel, wo vielen geholfen werden könnte.“
Mittlerweile sei zu ihrer Betreuerin vom Jugendamt „ein vertrauensvoller Kontakt“ entstanden, sagt Schröder-Köpf: „Bei jedem der adoptierten Kinder wird drei Jahre lang der Eingewöhnungsprozess kontrolliert. Wir schreiben Berichte, und da wird was beigelegt vom Kinderarzt, vom Kindergarten sowie demnächst von der Krabbelgruppe und von der Musikschule.“
Diese Protokolle würden auch an die zentrale Adoptionsstelle geschickt: „Das wird alles sehr genau dokumentiert. Ich denke, dass die besondere Betreuung, die man da erfährt und die man am Anfang etwas seltsam oder befremdlich findet, auch eine Hilfe ist. Ich glaube, die Menschen sollten keine Angst haben, dass die Jugendämter ihnen mehr Hilfestellung geben.“
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