Dieter Hildebrandt und Dieter Hanitz
Der eine ist der Grandseigneur des deutschen Kabaretts, der andere der Grandseigneur der Karikatur. Bei „Beckmann“ treten Dieter Hildebrandt und sein bester Freund Dieter Hanitzsch erstmals gemeinsam auf. Beide stehen für diese ganz besondere Kunst, wenn bayerisches Gemüt auf Links-Intellektualismus trifft – bei ihnen werden scharfer Verstand und bitterböse Wahrheiten zur liebevollsten Form des Zynismus. Ihre charmant-grantelnde Art ist ein ständiger Spaziergang auf dem schmalen Grat zwischen Hinterhältigkeit und Hintergründigkeit. Zusammen liefern sie bei Reinhold Beckmann ein Feuerwerk von Beispielen dieses wunderbaren Humors. Sie nehmen Merkel und Stoiber und Strauß aufs Korn und widmen sich der großen Kuschel-Koalition.
Dieter Hildebrandt und Dieter Hanitzsch verbindet eine langjährige, tiefe Freundschaft. Sowohl privat als auch politisch sind beide auf einer Wellenlänge: „Wir haben politisch eine ziemlich gleichgeschaltete Meinung“, erzählt Hildebrandt bei „Beckmann“. Auch beruflich schätzt der Kabarettist die Ansichten des Karikaturisten: „Ich rufe manchmal an und sage, was ich geschrieben habe. Er ist mein erstes Publikum, und wenn er lacht, dann weiß ich: Das kannst du machen. Wenn er nicht lacht, ist es gefährlich, dann ist etwas falsch.“ Hildebrandt selbst spendet oft Lob, wenn ihm eine Hanitzsch-Karikatur besonders gut gefalle: „Menschen, die so etwas machen, brauchen Lob. Und er kann Lob auch gut vertragen.“
Das derzeit wichtigste politische Thema ist für beide die große Koalition. Ist dieses Thema eine Bereicherung für einen Kabarettisten? „Nein“, wehrt Hildebrandt ab. „Wenn die große Koalition nur dazu dient, um ein paar Witze mehr machen zu können, dann ist das für einen richtigen Kabarettisten keine wirkliche Bereicherung, sondern ist im Gegenteil ein Ärgernis.“ Ein Kabarettist, der es ehrlich meine, habe „auch Sorge um dieses Land“, so Hildebrandt. Er selbst sei aus dieser Republik gewachsen: „Ich bin für diese Republik, ich verteidige sie!“ Und wenn diese Republik „so lässig hingeschaukelt wird wie in dieser großen Koalition, wo Müntefering Angela Merkel knutscht, dann bin ich auch nicht glücklich“, kritisiert Hildebrandt allzu starke Harmonie innerhalb der Bundesregierung.
Außenpolitisch allerdings habe er von Angela Merkel „nicht soviel Mut erwartet“, räumt Hildebrandt bei „Beckmann“ ein. Er stelle sich allerdings die Frage: „Wie wollen die eigentlich die Innenpolitik betreiben? Davon habe ich nichts gehört. Ich weiß nicht, wo die hin wollen. Wahrscheinlich wollen die nirgendwo hin.“ So sei beispielsweise von Edmund Stoiber fast nichts mehr zu hören. „Er ist gegangen, weil er in Bayern unverzichtbar ist – er muss Bayern retten!“ fügt Dieter Hanitzsch augenzwinkernd an.
Dieter Hanitzsch gilt als einer der renommiertesten Karikaturisten des Landes. Wie kann man sich die Arbeit eines Karikaturisten vorstellen? „Ich nehme einen Politiker erst einmal inhaltlich auf die Schippe“, erläutert Dieter Hanitzsch. Eine politische Karikatur dürfe nicht nur komisch sein. „Das ist zuwenig, sie muss auch eine Aussage haben.“ Außerdem sei wichtig, so Hanitzsch, dass die Politiker in der Zeichnung lächerlich gemacht würden: „Sonst glauben diese Leute, sie seien die Allergrößten. Und lächerlich gemacht werden wollen die alle nicht!“


