Die Rivalen des Grand-Prix-Vorentscheids sowie Grand-Prix-Experte und Vorentscheid-Moderator Thomas Hermanns
Die Faszination von Europas größtem Musikspektakel ist ungebrochen. Mehr als zehn Millionen TV-Zuschauer verfolgten 2006 das Finale des „Eurovision Song Contest“ und fieberten mit „Texas Lightning“. Jetzt steigt die Spannung: Wer gewinnt diesmal den Grand-Prix-Vorentscheid und singt für Deutschland in Helsinki? Ins Rennen gehen die Popband Monrose, Rock-Poet Heinz Rudolf Kunze sowie „Mr. Swing“, Roger Cicero. Drei Tage vor der Entscheidung sitzen die Rivalen jetzt erstmals gemeinsam am Talk-Tisch. Bei „Beckmann“ sprechen sie über ihre Siegchancen, über ihre Hoffnungen und lassen gemeinsam mit Experte Thomas Hermanns ein halbes Jahrhundert Grand-Prix-Geschichte Revue passieren.
Thomas Hermanns hält das Rennen um die Zuschauergunst für völlig offen. „Europa ist im Jahr nach Lordi wirklich für alles reif. Die Regeln werden neu geschrieben, und dieses Jahr ist alles möglich.“ Seine Prognose für den deutschen Vorentscheid: „Es wird sehr knapp werden.“
Unterschiedlicher könnten die Aspiranten kaum sein. Roger Cicero setzt auf Swing, Charme und selbstironische Texte, die das Rollenverständnis von Mann und Frau augenzwinkernd aufs Korn nehmen. „Ich bin der Meinung, dass die Texte keine lang gehüteten Geheimnisse ausplaudern“, sagt der Hamburger über seinen Grand-Prix-Auftritt ausgerechnet am Weltfrauentag. Für Thomas Hermanns wäre ein Sieg des Swing-Sängers zumindest etwas Neues in der Grand-Prix-Geschichte: „Ich glaube, Swing ist noch nie gemacht worden beim Gran Prix. Insofern hätte es ein Alleinstellungsmerkmal – weil man muss ja zwischen all den Trickkostümen, Feuer speienden Monstern und kurzen Röcken auffallen.“
Heinz Rudolf Kunze hat bereits als Kind und Jugendlicher den Grand Prix verfolgt. Nach einer zwischenzeitlichen „Lästerphase“ nehme er den Wettbewerb seit einigen Jahren auch musikalisch wieder ernst: „Ich habe den Grand Prix immer sehr sportlich gesehen und war daran interessiert, wie wir Deutschen und andere Länder abschneiden.“ Allerdings habe er die Veranstaltung lange Zeit als „eine geschlossene Schlagerwelt“ empfunden, die mit der Musikwirklichkeit wenig zu hatte. „Nur ABBA haben es geschafft, auch bei ‚normalen’ Menschen, die nicht am Grand Prix interessiert waren, anzukommen. Das schon eine Seifenblase in sich. Doch in den letzten paar Jahren hat sich der Wettbewerb geöffnet und hat mehr mit der Realität zu tun.“
Eine wichtige Frage beim Grand Prix: Was zieht man an? Die Mädchenband Monrose hat sich bereits Gedanken gemacht – wollen sich aber noch nicht festlegen: „Auch privat achten wir darauf, was wir anziehen. Es muss zu uns passen und natürlich sein. Und vor allem muss es etwas sein, wo man sich wohl drin fühlt – nicht dass man auf der Bühne steht und denkt: Jetzt rutscht hier gleich der Träger runter.“



