Dani Levy und Helge Schneider
Es ist die erste große Kontroverse des neuen Jahres. Seit Tagen sorgt Dani Levys Komödie „Mein Führer“ für Schlagzeilen und Entrüstung. Nach seinem Erfolgsfilm „Alles auf Zucker“ ist der 49-Jährige jetzt in der Kritik: Hitler und Humor, passt das zusammen? Auf dem vorläufigen Höhepunkt der Mediendebatte distanzierte sich zuletzt auch noch der „Hitler“-Darsteller Helge Schneider von Levys Satire. Bei „Beckmann“ treffen nun der Regisseur und der Kult-Komiker aufeinander und diskutieren über die Aufregung, die „Mein Führer“ in Deutschland ausgelöst hat.
Dani Levy, der auch das Drehbuch zu „Mein Führer“ schrieb, überrascht die Mediendebatte nicht. „Man darf nicht denken, dass man eine Komödie über den Nationalsozialismus macht und damit durchkommt.“ Für viele Menschen sei der Nationalsozialismus eine deutsche Wunde. Durch seinen Film wolle er „eine gewisse Wärme für das Thema entstehen lassen“.
Hauptdarsteller Helge Schneider hatte nicht mit der Heftigkeit der Kritik gerechnet. Für ihn ist der Film, nicht zuletzt auch wegen der Hitler-Maske, eher eine Groteske. „Deshalb wundere ich mich sehr darüber, dass es politisch so hochgekocht wird.“
Für den Komiker ist Kunst eine Sache des Gefühls. Anhand dieses „eigentlich sehr zahmen Filmes über dieses unglaublich heikle Thema“, so Schneider, werde deutlich, dass „die Gesellschaft und die Leute, die die Gesellschaft erziehen wollen, anscheinend nicht reif genug sind zu fühlen“.
Zum Schluss gibt Helge Schneider noch einen seltenen Einblick in seine Vergangenheit. Als Jugendlicher sei er kilometerweit die Ruhr entlang gewandelt, habe Entschuldigungsschreiben seines Vaters gefälscht und sei deshalb schließlich von der Schule geflogen.
Doch die Schuld sah er damals nicht bei sich. Schneider nutzte den Besuch beim Psychiater, um mehr über seine Familie zu erfahren. „Ich hatte damals wirklich den festen Glauben, dass mit meinen Familienangehörigen etwas nicht in Ordnung war – weil die mich nicht so ließen, wie ich wollte.“


