Boris Becker


Mit einem Schlag wurde er als 17-Jähriger zum Idol. Seit seinem Wimbledon-Triumph von 1985 verfolgt eine ganze Nation das Leben von Boris Becker und nimmt Anteil an all seinen Höhen und Tiefen. In diesem Jahr feiert er seinen 40. Geburtstag – und scheint endgültig erwachsen geworden. Becker ist mit sich und der Welt im Reinen und arbeitet ernsthaft wie nie zuvor an seiner beruflichen Karriere. Bei „Beckmann“ gibt Boris Becker jetzt sein erstes Fernsehinterview seit langem und berichtet über seine aktuellen Pläne.

Trotz einiger Fehler sei er „dankbar“ für seine drei Kinder und auch für seine erste Ehe, wie der frühere Tennis-Star sagt: „Ich habe unglaubliche Emotionen erlebt und kann mich nicht beschweren.“ Die Ehe sei für ihn die schönste Lebensform und eine zweite Heirat deshalb sehr wahrscheinlich. „In diesem Jahr schaffe ich es nicht mehr, aber mit 50 bin ich garantiert verheiratet.“

Becker, der in diesem Jahr 40 Jahre alt wird, zieht ein positives Zwischenfazit über sein bisheriges Leben. „Das ist für einen Mann ein sehr wichtiges Alter. Ich glaube, für mich wird das so eine Art Halbzeit. Man schaut zurück, was war gut, was war schlecht und was habe ich noch vor.“

Bereuen würde er nichts, allerdings räumt Becker auch Fehler ein: „Mit einigen Jahren Abstand hätte ich bestimmt viele Dinge anders gemacht. Aber dann wäre ich heute nicht der Boris, der ich bin. Ich bin für jede Erfahrung dankbar, auch die schlechten.“
Mit 17 war Becker der jüngste Wimbledon-Sieger aller Zeiten, heute fühle er sich erwachsener und reifer. Mittlerweile könne er auch besser als früher mit Kritik umgehen. „Im Alter fühlt man sich nicht mehr so wichtig, ich muss nicht immer im Mittelpunkt stehen. Ich bin be- und verurteilt worden von Fremden, die nicht wissen, wie es ist, Boris Becker zu sein. Ich kann mich heute ganz gut wehren. Meine Freunde und meine Familie haben das Recht, mich zu beurteilen, sonst keiner. Ich fühle mich wohl in meiner Haut.“

Aus eigener Erfahrung spricht das Tennis-Idol, wenn er Ex-Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher vor einem mentalen Tief warnt. „Der Blues nach der Karriere kommt sowieso. Er wäre der erste Sportler, der das Tal der Tränen nicht überschreiten musste. Ich wünsche ihm alles Gute: dass seine Frau zu ihm hält und dass er keine Dummheiten macht. Normal wär’s, weil jeder Dummheiten macht. Er ist nicht mehr Formel-1-Fahrer, er hat nicht mehr seinen wöchentlichen Rhythmus. Also muss er neue Dinge versuchen – hoffentlich beruflicher Art.“