Bettina Eistel
Kurz bevor das angeblich harmlose Schlaf- und Beruhigungsmittel Contergan vom Markt genommen wird, kommt Bettina Eistel 1961 auf die Welt. Sie ist eines von ungefähr 5000 Contergan-Kindern, die mit Missbildungen geboren werden. Ein Leben in Abhängigkeit scheint für das Mädchen ohne Arme besiegelt. Doch Bettina Eistel lässt sich nicht unterkriegen und meistert ihren Alltag ohne fremde Hilfe. Früh hat sie gelernt, ihre Füße ganz selbstverständlich wie Hände zu benutzen. Heute ist die 47-Jährige erfolgreiche Fernsehmoderatorin, Familientherapeutin und mehrfache Medaillengewinnerin im Dressurreiten. In wenigen Tagen will sie sich erneut für die Paralympics in Peking qualifizieren. Bei „Beckmann“ spricht Bettina Eistel über ihr großes Ziel Olympia.
Kurz vor dem Qualifikationsturnier für die Paralympics ist Bettina Eistel im Dauereinsatz. „Mein Tag müsste eigentlich 30 Stunden haben“, sagt die Dressurreiterin und äußert ihre „berechtigte Hoffnung“, das sie in Peking dabei sein wird.
Die 47-Jährige wurde als Kind früh zur Selbständigkeit erzogen – dafür ist sie sehr dankbar. Ihre Eltern hätten ihr viel Platz gelassen, eigene Erfahrungen zu machen. Deshalb wisse sie sich heute zu helfen: Sie isst und trinkt mit ihren Füßen, sie fährt Auto und Einkaufstüten trägt sie mit den Zähnen in ihre Wohnung.
Bettina Eistel ist eine ebenso starke wie fröhliche Frau, die erstaunlich gut mit ihrem Handicap zurechtkommt. Wenn sie einen Wunsch frei hätte, was würde sie sich wünschen? „Die finanzielle Möglichkeit, mir so viele Pferde zu kaufen, wie ich möchte.“
