Barbara und Alexander Wussow


Sie zählen zu Deutschlands beliebtesten Schauspielern, spielten im „Traumschiff“ und in der „Schwarzwaldklinik“. Längst sind Barbara Wussow und ihr jüngerer Bruder Alexander aus dem Schatten ihrer berühmten Eltern Klausjürgen Wussow und Ida Krottendorf herausgetreten. Was selten vorkommt: Bruder und Schwester sind seit ihrer Kindheit ein Herz und eine Seele. Immer waren sie füreinander da, bis heute sind sie unzertrennlich. Jede freie Minute verbringen sie zusammen, kochen gemeinsam und führen intensive lange Gespräche. Bei „Beckmann“ sprechen Barbara und Alexander Wussow über ihre einzigartige Freundschaft, über den Tod ihrer Mutter und ihr jetziges Verhältnis zum Vater.

Vor acht Jahren starb ihre über alles geliebte Mutter – jetzt haben die Geschwister bei „Beckmann“ erstmals über den bewegendsten Moment in ihrem Leben gesprochen. „Die Ärzte standen rund um das Bett, und dann kam die berühmte Flatline“, erzählt Alexander Wussow. „Es war kein Herzschlag mehr da. Die Ärzte haben gesagt, sie ist tot. Und dann haben wir uns ans Bett gestellt und gesungen.“ Barbara: „Alle Kinderlieder, die Mami uns beigebracht hatte.“

Plötzlich habe die Linie jedoch wieder ausgeschlagen. „Das ist schon extrem, das zu erleben“, berichtet Barbara. Der Arzt habe die Geschwister gebeten: „Bitte lasst sie los, lasst sie doch los.“ Beide hätten gerufen: „Bitte, flieg doch davon, Mami, es ist alles in Ordnung, flieg! Aber sie blieb noch 4 Stunden da.“

Barbara: „Das ist ein göttlicher Moment, wenn man das erleben darf, die Mutter in den Armen zu halten. Ich bin sehr dankbar, dass wir das gemacht haben. Und dass wir nicht feige waren und sie nicht abgegeben haben.“

Wie haben die Ärzte dieses Phänomen erklärt? „Sie konnten es auch nicht begreifen“, sagt Alexander. „Sie hatten so was auch noch nie erlebt und waren sogar ein bisschen geschockt,  dass so etwas passiert. Es war ein unglaublich zärtlicher und schöner Moment. Das große Ganze ist viel größer, als wir uns erträumen und erahnen. Es war plötzlich die richtige Macht da.“

Noch heute sei ihre Mutter stets bei ihren Kindern. „Sie ist da, sie ist auch jetzt hier“, sagen beide im Gespräch mit Reinhold Beckmann. Barbara: „Ich spreche mit ihr oft im Innersten. Ich weiß, sie schaut uns zu und lenkt auch viele unserer Schritte. Sie ist bei uns. Sie ist eine starke und sehr kluge Frau gewesen. Eine wunderbare Mutter und traumhafte Schauspielerin. Sie ist in unserem Leben, sie ist neben uns. Aber wir können sie halt nicht sehen. Wie in einer anderen Dimension. Das glaube ich.“

Die Wussow-Kinder sind glücklich, dass sie sich nach 15 Jahren Schweigen wieder mit ihrem Vater versöhnt haben. „Es geht ihm sehr gut, er wird umsorgt“, berichten sie über den an Altersdemenz erkrankten Klausjürgen Wussow. Regelmäßig würden sie ihn besuchen. „Die Seniorenresidenz ist sehr schön. Mal geht es ihm besser, mal schlechter. Er hat sich in seiner eigenen Welt zurückgezogen.“ Der Vergangenheit will Alexander nicht nachtrauern, er sei „wahnsinnig froh“, jetzt noch Zeit mit seinem Vater verbringen zu können. Auch Barbara genießt die Gegenwart: „Man muss den Moment lieben.“