Axel Hacke und Christian Ankowitsch
Sie sind die Leitbilder einer neuen Vätergeneration, ihre Bücher stehen ganz weit oben in den Bestsellerlisten. Axel Hacke und Christian Ankowitsch kennen alle Sorgen und Nöte moderner Partnerschaften und sind absolute Profis in Sachen Kinder und Chaos. Axel Hacke, Starkolumnist des „SZ-Magazin“, hat mit dem „Kleinen Erziehungsberater“ die Bibel für alle geplagten Väter geschrieben, Christian Ankowitsch legte nach mit seinem Renner „Von mir hat er das nicht“. Beides sind unersetzliche Ratgeber für den Mann von heute. Bei „Beckmann“ sprechen die mehrfachen Väter über den ganz normalen Familienwahnsinn und beantworten die Fragen aller Fragen: Warum ist es heutzutage so schwer, ein guter Vater zu sein?
Den „perfekten Vater“ gibt es nach Ansicht der beiden Autoren nicht. Auch sie selbst sehen sich nicht als „Vorzeige-Papas“ – von diesem Idealbild seien sie weit entfernt. „Als Vater hat man immer das Gefühl“, so Ankowitsch, „es nicht wirklich richtig zu machen. Und dieses schlechte Gewissen versucht man zu kompensieren.“ Allerdings mache genau das die neue Vätergeneration aus: das ständige Hinterfragen ihrer Qualitäten.
Axel Hacke hat früher viele Erziehungsratgeber gelesen, die für jedes Problem Lösungen anbieten. Doch schnell habe er bemerkt, dass diese Ratschläge in der Praxis selten funktionieren. Trotz aller klugen Einschlaftipps schliefen seine Kinder dennoch oft nicht ein.
Kinderfragen können manchmal kompliziert sein. Wer könne zum Beispiel schon auf „Was ist Glück?“ oder „Papa, wofür bist du eigentlich da?“ spontan antworten, fragt Hacke rhetorisch. Er jedenfalls nicht. „Einmal habe er den Spieß umgedreht und seinen Sohn gefragt: „Was denkst du denn?“ Dessen Antwort kam prompt: „Um mich vom Kindergarten abzuholen.“
Ankowitsch hat sich bei seinem ersten Sohn an vermeintlich korrekte Erziehungsmethoden gehalten. Wenn sein Ältester nachts geweint habe, seien die Eltern jedes Mal ins Kinderzimmer gegangen, um ihn mit kurzen Streicheleinheiten zu beruhigen. Leider habe diese Methode zwei große Nachteile besessen. Erstens: Der Sohn weinte ständig. Und zweitens: Die Eltern machten nachts kein Auge mehr zu.
Bei seinem zweiten Sohn wollte Ankowitsch es deshalb klüger anstellen. Dieser durfte – „pädagogisch inkorrekt“ – bei den Eltern im Bett schlafen. „Der Große hat irgendwann mitbekommen, dass beim Kleinen andere Methoden herrschen, und so kam er regelmäßig um zwei Uhr morgens auch noch mit ins Bett gekrochen.“ Zwar habe er „mit der Ferse im Gesicht“ nicht besonders gut, aber immerhin überhaupt geschlafen.
Auch Axel Hacke ist schon an vielen guten Erziehungsvorsätzen gescheitert. Gerne hätte er seine Kinder dazu gebracht, Geschmack an gesundem Essen zu finden. Doch Hirsepfanne und Risotto konnten die Kinder nicht überzeugen und sie blieben lieber bei ihrer Leib- und Magenspeise: Nudeln mit Butter. Letztlich, so Hacke, könne man die lieben Kleinen eben zu nichts zwingen.

