Andrea Ypsilanti


Ganz Deutschland verfolgt ihre Entscheidung im Wiesbadener Machtpoker. Von Andrea Ypsilanti hängt in den kommenden Wochen viel ab. Bei „Beckmann“ spricht die hessische SPD-Spitzenkandidatin über Zustand und Zukunft ihrer Partei.

Andrea Ypsilanti bekräftigt ihren Anspruch, neue hessische Ministerpräsidentin zu werden. „Warum soll jemand, der diese Partei zusammengeführt hat, der einen hervorragenden Wahlkampf gemacht hat, der ein wirklich neues Programm aufgelegt hat, der persönlich soviel Zustimmung gekriegt hat – auch in den persönlichen Werten –, warum soll der verzichten zugunsten einer Partei, die abgewählt wurde?“, fragt sie und gibt gleich selbst die Antwort: „Das wäre sehr, sehr schlecht zu vermitteln.“

Die Wahrscheinlichkeit einer Großen Koalition ist laut Ypsilanti gering: „Es geht nicht allein um Roland Koch, es geht um die Programmatik der CDU.“ Eine Zusammenarbeit bezeichnet sie als „fast ausgeschlossen“, auch wenn man natürlich „miteinander reden“ müsse.

Auch bei den Liberalen sieht Ypsilanti keine Gesprächsbasis. „Ich bin schon sehr enttäuscht, wie weit sich die FDP verweigert. Sie haben sich auf unser Schreiben nicht gemeldet. Ich musste mir sehr viel gefallen lassen von der FDP an persönlichen Angriffen. Es ging da um meine Macht, und ich müsste mal Lesen und Schreiben lernen, damit ich die Absagen auch verstehe. Da gibt es auch eine Grenze von Selbstwertgefühl bei mir und meiner Partei.“

Nach dieser Argumentation bliebe nur eine Koalition mit den Grünen und einer Duldung durch die Linken. Wie wahrscheinlich ist diese Variante? „Ich kann nicht ausschließen, dass ich zu dieser Entscheidung komme“, sagt Ypsilanti.

Als hessische SPD-Spitzenkandidatin stehe sie jetzt „vor einer schwierigen Aufgabe“, mit der sie „sehr, sehr verantwortungsvoll“ umgehen wolle. Auf die Frage von Moderator Reinhold Beckmann, ob die Fraktionsmitglieder der hessischen Linken in Hessen „lupenreine Demokraten“ sind, antwortet Andrea Ypsilanti bei „Beckmann“: „Zumindest soweit ich weiß, sind da keine mit einer schwierigen Vergangenheit dabei.“