Alexandra Maria Lara und ihr Vater Valentin Platareanu


Sie zählt zur neuen Topriege des deutschen Kinos. Als Hitlers Privatsekretärin in „Der Untergang“ schaffte Alexandra Maria Lara auch international den Durchbruch und drehte jetzt sogar unter der Regie von Francis Ford Coppola. Ihre Karriere verdankt Lara nicht zuletzt dem Mut ihrer Eltern: Vater Valentin, einer der erfolgreichsten Schauspieler im damals kommunistischen Rumänien, gab seine eigene berufliche Existenz auf und flüchtete 1983 mit seiner Familie vor dem Ceausescu-Regime in den Westen. Jetzt sind Alexandra Maria Lara und ihr Vater Valentin Platareanu erstmals gemeinsam zu Gast in einer Talksendung. Bei „Beckmann“ sprechen beide über ihre Flucht in die Freiheit sowie über eine außergewöhnliche Vater-Tochter-Beziehung.

Die Flucht der Platareanus aus Rumänien dauerte drei Tage und Nächte. Der damals vierjährigen Alexandra Maria ist ein Bild besonders im Gedächtnis geblieben: „Meine Eltern hatten mir auf der Rückbank ein Bett vorbereitet, da war ich die ganze Zeit. Ich kann mich komischerweise noch genau an das Muster dieser Bettwäsche erinnern.“ Über das Ziel der angeblichen Reise habe ihre Mutter ihr nur geantwortet: „Wir fahren dahin, wo du immer Coca-Cola trinken kannst!“ Laras Leidenschaft für Cola ist geblieben: „Es ist immer noch ein sehr gutes Verhältnis – leider...“

Bis heute ist die Schauspielerin ihren Eltern dankbar: „Damals war mir noch nicht ganz so klar, was sie da tatsächlich gemacht haben und was sie mir mit der Flucht aus Rumänien gegeben haben. Heute bin ich der glücklichste Mensch, weil ich genau weiß, dass natürlich Freiheit einen besonderen Stellenwert für mich hat. Meine Meinung äußern zu dürfen, sagen zu dürfen, was ich denke – das sind alles Dinge, die mir meine Eltern auf den Weg gegeben haben.“

Seit einiger Zeit sorgt die 29-Jährige auch international für Aufsehen. Lara drehte bereits mit Anthony Hopkins und Isabella Rossellini. In diesem Juli ist sie an der Seite von Tim Roth in „Jugend ohne Jugend“ zu sehen, dem neuen Film von Francis Ford Coppola. Das Angebot von Hollywoods Regie-Legende überraschte die Berlinerin: „Ich war mit meiner Freundin Nina im Urlaub, und mit FedEx kam auf Menorca dieses Paket von Herrn Coppola an. Er schrieb, dass er ‚Der Untergang’ gesehen hat und dass ihn der Film sehr beeindruckt hat. Und ob ich mal sein Drehbuch lesen würde...“.

Der Erfolg sei ihr manchmal etwas unheimlich, gesteht Alexandra Maria Lara. Wichtiger sei ihr die „Anerkennung für das, was man macht“. Über zu wenig Respekt kann sie derzeit sicherlich nicht klagen. Das schönste Kompliment kommt von Vater Valentin, der das Erfolgsgeheimnis seiner Tochter verrät: „Sie ist eine ‚Simplizita’ – sie hat etwas Einfaches, etwas Natürliches. Ich habe den ersten Kameramann gefragt, wie er sie findet, worauf er antwortete: ‚Valentin, ich kann nur eines sagen – die Kamera verliebt sich in Alexandra.’“