Biografie

Ja, auch er war Messdiener. Genauso wie Gottschalk, Biolek und von der Lippe. Doch das allein erklärt noch nicht seine Fernsehkarriere...

Reinhold Beckmann erblickte am 23. Februar 1956 das Licht von Twistringen, einer katholischen Enklave in der Nähe von Bremen. Außerdem erblickte er zwei Brüder, fünf und sieben Jahre älter, gegen die es sich zu behaupten galt. Seine Berufswünsche pendelten zwischen Profi-Fußballer und Gabelstaplerfahrer.

Doch dann entschied sich Beckmann, nach Abitur, Amerikaaufenthalt und Zivildienst, eine Lehre als Radio-, Fernseh- und Videotechniker zu machen. Anschließend studierte er in Köln Germanistik, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften.

Für die Kölner Fernsehproduktion "Tag/Traum" machte er erste Dokumentationen fürs Fernsehen. Dort kam er auch in Kontakt mit Sportredakteuren vom WDR. Schon damals fuhr Beckmann zweigleisig, kommentierte Sportübertragungen und moderierte Unterhaltungssendungen ("Dreizeit", "Flic-Flac" für den NDR, mit Helge Schneider die Live-Kult-Sendung "Offshow" im WDR).

1990 wurde Reinhold Beckmann für seine ARD-Reportagen von der Fußball-WM in Italien zum "besten Moderator des Jahres" gekürt. Im gleichen Jahr wechselte er als Sportchef zum Pay-TV-Kanal Premiere, 1992 in gleicher Funktion zu SAT.1. Dort entwickelte er "ran" und "ranissimo" für die er mit der "Goldenen Kamera", dem "Bayerischen Fernsehpreis" und der "Goldenen Romy" (Österreichischer Fernsehpreis) ausgezeichnet wurde. Den Versuch einer eigenen Show am Freitagabend ("No Sports", 1994) beendete Beckmann bereits nach zehn Sendungen.

1998 kehrte Beckmann zur ARD zurück. Bis Mitte 2002 moderierte er insgesamt 15 Mal die Samstagabend-Show "Guinness Show der Rekorde", sowie Events wie die Sportlergala "Victoria" und den ARD-Jahresrückblick. Im Januar 1999 startete BeCKMaNN, eine Talkshow der ruhigen Töne, für die er anfangs auch Kritik einstecken musste. Doch spätestens seit er das Konzept änderte und die Gespräche ohne Publikum führt, haben die Kritiker mit ihm Frieden geschlossen und die Quote steigt beständig.

Auch das filmische Handwerk hat Beckmann nicht verlernt - 2001 drehte er für die ARD die Reportage "Rückkehr im Rollstuhl" über den farbigen Engländer Noel Martin, der 1996 in Brandenburg von rechtsradikalen Jugendlichen angegriffen wurde und seitdem im Rollstuhl sitzt. In einigen Specials widmete er sich Gästen wie Boris Becker und Marius Müller-Westernhagen.

In der Wochenzeitung "Die Zeit" schrieb Reinhold Beckmann in den Jahren 2001/2002 regelmäßig die Kolumne "Beckmanns Erzählungen", für "TV Hören und Sehen" und "TV 14" führt er seit 2003 Interviews mit interessanten Mitmenschen und schreibt über Sportthemen.

Seit 2002 widmet sich Reinhold Beckmann auch wieder verstärkt dem Sport in der ARD. Neben seinen Live-Spiel-Kommentaren bei Spielen der Deutschen Nationalmannschaft, dem UEFA- und DFB-Pokal moderiert er seit Sommer 2003, im Wechsel mit diversen Moderatoren, die ARD-Bundesliga-Sportschau am Samstag. Während der Fußball-EM 2004 war Beckmann als Kommentator in Portugal tätig, bei den Olympischen Spielen moderierte er die Sendung "Beckmanns Olympia Nacht" aus Athen.

2005 präsentierte er den Vorausscheid zum Eurovision Song Contest in der ARD. Ebenfalls ein großes Spektakel war die Moderation der WM-Auslosung am 9. Dezember 2005 in Leipzig zusammen mit Heidi Klum, die rund 350 Millionen Zuschauer aus knapp 150 Ländern im Fernsehen verfolgt haben.

 

2007 erhielt er den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie "Beste Moderation Information" für sein Interview mit dem geständigen Dopingsünder und Ex-Radprofi Bert Dietz in seiner Gesprächssendung Beckmann.

 

Am 7. Februar 2008 zeichnete Hamburgs regierender Bürgermeister Ole von Beust Reinhold Beckmann für sein soziales Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz aus. Mit seiner von ihm 1999 gegründeten Initiative "Nestwerk e.V." setzt sich der Moderator für benachteiligte Jugendliche in Hamburgs strukturschwachen Stadtteilen ein. Zudem organisiert er seit 2005 den "Tag der Legenden“, bei dem ehemalige Fußballstars in einem Benefizspiel gegeneinander antreten.

 

Mit seiner Frau Kerstin (Ernährungsberaterin), den Kindern Vincent (*1993) und Greta (*1997), dem Hund Tony, einem Kater und zwei Kaninchen lebt Reinhold Beckmann in Hamburg.